Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 11 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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in französischer Sprache unterrichtet werden. Daneben werden Italienisch und Arabisch gelehrt, und auch dem hebräischen will man einen Platz im Lehrplan anweisen. Das Arbeitshaus der Mission in Jerusalem hatte während des letzten Jahres 22 Insassen. In den ^0 Jahren seines Bestehens standen hier 5^5 Juden kürzere oder längere Zeit unter dem Einfluß des Evangeliums und hatten Gelegenheit, ein Gewerbe zu erlernen. H0 traten nach empfangener Taufe ein, 90 wurden in der Anstalt, wenigstens \2 nach Verlassen derselben getauft. Mehr als 30 frühere Zöglinge widmeten sich dem Beruf eines Missionars. 5) was endlich die ärztliche Mission betrifft, so hatte das Spital in Jerusalem 98^ Krcmfe im Hause, während die Gesamtzahl der behandelten Fälle sich auf etwa ^3 000 belief. Der Missionsarzt Iliewitz verteilte bei nahezu 6000 Krankenbesuchen in Häusern Neue Testamente und 688 Traktate. In Safed zählte man 7000 Patienten. — Von den ^38 Missionsarbeitern waren 8^ geborene Juden. Lin pensionierter Missionar starb, vier aktive wurden pensioniert. Auch mehrere Versetzungen kamen vor. — Die Gesamteinnahme betrug 5^ 8\2, die Ausgabe 3^ 572 Pfund St wie notwendig die Mission unter den Israeliten ist, zeigt sowohl die völlige Religionslosigkeit bei vielen, als der Mangel an wirklicher Kenntnis des Christentums bei fast allen. In ersterer Beziehung stellte ein österreichischer Jude die weltliche Gesinnung vieler seiner Stammesgenossen mit folgendem Gleichnis dar. Ein Juwelier verspricht seinem Weibe, sobald als möglich aus der Fremde zu ihr zurückzukehren. Als Pfand läßt er seine besten Gerätschaften zurück. Nach längerer Zeit erfährt die Frau von einem Reisenden, daß ihr Mann nicht wieder zu ihr kommen wolle. Seines Handwerkszeuges bedürfe er nicht, da er jetzt ein Wasserträger sei und nur einen oder zwei Eimer nötig habe. „So ist es mit uns Juden", sagte der Erzähler, „wir verließen unsere heiligen Pfänder, das heilige Land, die heiligen Bräuche. Alles, was wir jetzt suchen, sind die geringeren Dinge, die leiblichen Bedürfnisse, wir sorgen nicht für die höheren und heiligeren Dinge Gottes. Daher die Gleichgültigkeit und der Unglaube unter uns." Jüdische Nihilisten in England gingen sogar so weit, öffentlich anzuzeigen, daß sie am Versöhnungstage als Protest gegen die jüdische Religion ein öffentliches Festessen abhalten würden. — Für den andern der beiden genannten Punkte führen wir zwei Beispiele an. In Lemberg wurde Missionar Rosenstrauch von einem greisen Juden auf der Straße folgendermaßen angeredet: „Mein Herz bricht mir darüber, Sie in dieser Stadt zu sehen, wo Ihr Vater, mein alter Freund, als frommer Jude lebte, und Ihnen in der Nähe ebendesselben Hauses zu begegnen, in welchem Sie selbst Jahre lang den heiligen Talmud studierten." Als der Missionar nach der Ursache seines Schmerzes fragte, erwiderte der Greis: „Sie haben ja den lebendigen Gott verlassen, den Gott Ihrer Väter, und das Thristentum angenommen." Dann bezog er auf diesen Religionswechsel Ierem. 2, \o. Rosenstrauch antwortete: „Ich habe den Talmud mit seinen Fabeln verlassen, aber nicht den lebendigen Gott und Sein Wort,