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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 11 (1889) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
11 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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83 vorher war das älteste Rind gestorben, und zwei andere lagen am Scharlach darnieder. Um die Traurigen zu trösten, führte der Besucher Matth. 28 an. „Wer hat das gesagt?" fragte die arme Mutter und bat, das Wort zu wiederholen. Jener that dies und nannte den, welcher es einst sprach und es immer noch den Traurigen zuruft. „Warum haben wir dies Buch, welches solche süße Worte enthält, nicht in unserem Hause?" fragte nun die Frau ihren Gatten in einem beinahe vorwurfsvollen Tone. Er antwortete: „Wir werden es noch heute hier haben, selbst wenn es zehn Franken kosten sollte." Einige Stunden später besaßen die Leute eine vollständige Bibel, die ihnen der Missionar besorgt hatte. — Missionar Jamal kam zu einem Juden aus pemen, der in der Nähe von Jerusalem wohnt, während derselbe seiner Frau und seinen Rindern etwas aus dem Neuen Testament vorlas. Gefragt, ob er das Gelesene verstehe, erwiderte er: „Die Worte sind einfach, aber sehr rührend, besonders die Erzählung von der Rreuzigung Jesu von Nazareth. Er muß ein heiliger Mann sein. Wir haben bisher nie von ihm gehört. Gott sei Dank, daß wir zu der Zeit, als die Juden ihn kreuzigten, in pemen waren, wo wir seit der babylonischen Gefangenschaft bis vor kurzem lebten! Wir haben daher keinen Teil an der Schuld, sind unschuldig an seinem Blut." Der Mann hörte den Belehrungen des Christen, der zwei Stunden bei ihm blieb, mit großer Aufmerksamkeit zu. — Der zweite Missionsarzt in Jerusalem fand am Rrankenbett einer Jüdin drei Freundinnen derselben, von denen eine das ihr vom Arzt geschenkte Neue Testament las. Diese Leserin bezeugte dem Besucher ihre Dankbarkeit und fügte dann hinzu: „Ach, wenn nur unsere Rabbiner das Neue Testament genau prüfen und den Herrn Jesum als den Messias anerkennen wollten, so würden sicherlich die Verfolgungen aufhören, die unser Volk jetzt erleidet." — persische Juden, die mit der Mission in Jerusalem in Berührung kamen, zeigten eine überraschende Renntnis des Neuen Testaments. Wie zugänglich die etwa ^0 000 vom Talmud unabhängigen jüdischen Unterthanen des Schahs sind, erfährt der nach Persien berufene Missionar Norollah vielfach. Hunderte besuchten ihn in Liner Woche. — Im Bücherlager der Mission zu Mogador ermahnte ein Jude einen Stammesgenossen, der das Neue Testament angriff: „Sprich nicht gegen dasselbe! Lies es, so wirst du sicherlich überzeugt werden, daß es wirklich ein Buch von Gott ist. Ich selbst lehnte mich gegen das Buch auf, ehe ich es studiert hatte. Von dem Missionar aufgefordert, es zu lesen, that ich dies zuerst aus Neugierde, dann aber mit großer Freude, weil es meiner Seele so viel Gutes gewährte. Jetzt ist es meine liebste Beschäftigung." — Von einem Mann, dem er das Neue Testament geschenkt hatte, erfuhr Missionar Zerbib durch dessen Sohn, daß derselbe es oft gelesen, und daß es ihm während seiner letzten tödlichen Rrankheit zu großem Trost gereicht habe. Der Erzähler sagte, er selbst behandele das Buch sehr sorgfältig, weil es gute Dinge enthalte.. Er fuhr dann fort: „Welche Geduld hat Gott mit Seinem Volk! Er gab Seinen Sohn, uns zu erlösen, und doch

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