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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 10 (1889) · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
10 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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76 genugsam bekannt, alle möglichen Mittel anwenden, um den „Abtrünnigen" an seinem Vorhaben zu hindern. In Warschau angekommen, wandte sich G. an den damaligen Leiter der dortigen Mission, Prediger F. w. Becker, mit der Erklärung, er begehre, Christ zu werden, und bitte um vorbereitenden Unterricht. Becker fragte nach den Gründen, welche ihn zu diesem Schritt trieben, und erhielt als Antwort wenige Tage darauf ein von G. geschriebenes Glaubensbekenntnis, in welchem dieser seine christlichen Überzeugungen, darlegte und mit dem Gleichnis von der köstlichen perle (Matth. \3, ^5 f.) schloß. Er selbst, sagte er, sei der Mann, welcher die köstliche perlegefunden und aus Freude darüber alles andere verkaufen wolle, um. dieselbe zu erwerben. Auf Grund jenes Bekenntnisses erklärte Prediger Becker, G. bedürfe keines längeren Unterrichts mehr, denn er habe die Heilslehre des Christentums völlig erfaßt. Während G. sich in Warschau aufhielt und hier im Feuer der ersten Liebe als Verkündiger des Evangeliums unter den Juden umherging, war seine Familie seinetwegen in großer Sorge. Endlich erfuhr Frau G. daß sich ihr Mann mit der Absicht, Christ zu werden, in. Warschau befinde. Nach manchem Kampfe ging sie ihm dorthin nach, um ihn, wenn möglich, noch davon abzuhalten. Aber schon beim ersten. Betreten des Missionshauses kam sie durch göttliche Fügung mit einem, proselyten, Namens Berling, zusammen, dessen Worte auch in ihre Seele Helles Licht dringen ließen. Sie wurde eine eifrige Leserin des Neuen Testaments, welches auf ihr kindliches, frommes und weiches Gemüt einen überwältigenden Eindruck machte und sie so mit ihrem. Gatten aufs neue verband. Man beschloß, daß Frau G. nacb Suwalkr. zurückgehen, den Haushalt auflösen und mit ihren Kindern nach Warschau, übersiedeln solle, damit die ganze Familie in den Schoß der christlichen. Kirche ausgenommen werden könne. Freilich brachte diese Geschäftsaufgabe, sowie der Umzug die größten Verluste mit sich, und die früher wohlhabende Familie mußte in der ersten Zeit ihres Warschauer Aufenthaltes fast Mangel leiden. Kostbare Schmuckstücke verkaufte man nach und nach, um den dringendsten Bedürfnissen zu genügen. Aber G. ließ sich dadurch in seiner Freudigkeit nicht beeinträchtigen. Er hatte alles im Stich gelassen um des Evangeliums willen, und die Sorge um das Irdische fand auch jetzt keinen Eingang in seine Seele. Am \0. November \839 empfing G. mit seinen vier kleinen Töchtern von Pastor Spleszynski in Warschau die heilige Taufe und wurde dadurch ein Glied der evangelisch-reformierten Kirche, welche Konfession er nach eigenem Entschluß gewählt hatte. Am (2. Januar ^6 HO folgten ihm im Übertritte zu derselben Kirche seine treue Gattin und deren Bruder. _ (Schluß folgt.) Gin judenchristlicher Prediger in Gdinburg. In Ldinburg besteht eine Gesellschaft zur Verbreitung des Evangeliums unter den ausländischen Juden, Seeleuten und Auswanderern. Ihr Sekretär und Missionar ist der an einer deutschen Kirche der

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