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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 9 (1889) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
9 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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70 zucht ein Hauptnahrungszweig der ländlichen Bevölkerung Syriens ist, so fehlt es nicht an zahlreichen, zum Teil sehr ausgedehnten Gliven- Lrnlagen. Durch ihre Ausdehnung erwähnenswert sind besonders die Olivengärten bei Hebron, bei Beth Dschala und Bethlehem, im Hinnomgrunde, oberen Kidrongrunde und zwischen diesem und dem Damaskuskhore, in und unterhalb Kolonije (zwei Gehstunden westlich von Jerusalem), bei Er Ramle, bei Beth Hanina (anderthalb Gehstunden von Jerusalem), bei Nablus, Beled am unteren Kidron, in der Ghuta bei Damaskus, sowie bei Beirut, wo sich ein ziemlich breiter mit Ölbäumen bestellter Landstreifen nahe dem Meere stundenweit in südlicher Richtung hinzieht. Auch bei Tripolis (nördlich von Beirut) sind Olivenanlagen, welche wohl eine deutsche Ouadratmeile einnehmen. Die Zahl der Ölbäume, welche bei Ladikije (nördlich von Tripolis an der Libanonküste) seit etwa (8^0 bis zum Frühjahr (88( durch die Thristen, die mehr und mehr vom Getreidebau zur Baumzucht übergehen, angebaut worden sind, schätzt man auf ungefähr 250,000 Stück. Alte, den Moslems gehörige Ölbäume gab es dort im Jahre (88( nur etwa (000 Stück. — In Nazareth hat Herr Gohl aus Württemberg, Gärtner des dortigen englischen Waisenhauses, während der Winter (882/83 und (883/8^ im waisenhausgarten allein 200 vom Karmel und dem nördlich von Nazareth gelegenen Gebirge bezogene Wurzelloden gepflanzt und veredelt. Wenn um (875 in Syrien durchschnittlich jährlich über sieben und eine halbe Million Kilogramm -Olivenöl erzeugt worden sind, so beläuft sich der Wert der angegebenen Ölmenge auf rund sechs bis acht Millionen Mark. Seitdem hat die erzeugte ßOlivenölmenge durch Neuanpflanzungen ohne Zweifel noch zugenommen. Von dem gewonnenen Ol wird etwa die Hälfte in den zahlreichen Seifenfabriken Syriens, deren größte die auf der deutschen Kolonie Haipha bestehende sein dürfte, verwertet, ein Viertel als Speise- und Brennöl verwendet und ein Viertel nach Egypten, Österreich, Italien, Frankreich und England ausgeführt. Jeder, der die kahlen Berge Palästinas in weiterer Erstreckung gesehen hat, auf welchen doch fast überall, wenn sie noch so steinig find, der Ölbaumanbau möglich ist, kann daraus ermessen, daß dieses Land auch heute noch eine viel größere Zahl Menschen ernähren könnte, als jetzt darin wohnen. Gerade der Ölbaum und seine früher nachweisbar viel mehr ausgebreitete Kultur löst uns teilweise die Frage, wie früher eine so dichte Bevölkerung im heiligen Lande leben konnte. Die Fortpflanzung geschieht durch Wildlinge, welche veredelt werden, oder durch wurzelloden von Ldelolivenbäumen. Die mit den wurzeln eingepflanzten Wildlinge werden okoliert. wo die wurzelloden edler Bäume wohlfeil sind, bedient man sich ihrer zur Fortpflanzung des Olivenbaums, aber auch sie müssen veredelt werden. Der Olivenbaum entartet leicht, wodurch eben das Okulieren auch bei edlen Stämmen immer wieder nötig wird. Von jener Art des Einpfropfens, welche der Apostel Paulus im Briefe an die Römer zum Gleichnis macht, weiß freilich auch Ander-

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