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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 9 (1889) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
9 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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69 Tau'blein von phönizien in den Iupitertempel nach Lpirus gebracht, und in der Zeit des römischen Königs Tarquinius priskus soll nach .plimus der Ölbaum nach Italien gekommen sein. Auf Syrien als Ljeimatsort des Ölbaumes weist besonders hin dessen weder in Egypten uoch in Griechenland, Italien und Frankreich beobachtete sehr bedeutende Stammesstärke, welche außerordentlich hohes tAlter des Baumes und zusagende Standortsverhältnisse (Boden, Lage, Klima) voraussetzt.. „Im Kidronthale," so schreibt der j)alästinaforscher Anderlind, „unterhalb Jerusalem, fand ich einen Ölbaum, dessen gedrungener stattlicher Schaft in Brusthöhe einen Durchmesser von etwa J,30 Meter hatte. An Stärke übertroffen wird jedoch dieser Baum von mindestens noch einem der acht alten Ölbäume im Garten Gethsemane. Ich schätze den Durchmesser des stärksten, dessen Schaft gedrungen, nicht, wie es bei mehreren Bäumen vorkommt, zerklüftet war, in Brusthöhe auf annähernd zwei Meter. Line Messung des Stammes erschien unthunlich, da alles mit Bäumen und Blumen bewachsene Land des Gartens Gethsemane von den Gängen durch Holzzäune abgesperrt ist. Das Alter solcher starken Bäume ist unzweifelhaft ein sehr hohes. Freilich läßt sich dasselbe nur durch das in solchem Fall nicht untrügliche und wenig genaue geschichtliche, nicht durch das zuverlässige botanische Verfahren bestimmen. Letzteres, im Auszählen der Jahresringe an einem gefällten Stamm bestehend, kann in warmen Ländern bei solchen Bäumen, welche, wie der Olivenbaum, durch das ganze Jahr vegetieren, nicht angewandt werden, weil diese eben wegen des ununterbrochenen Wachstums deutlich wahrnehmbare Jahrringe nicht bilden. Daß die Bäume des Gartens Gethsemane aber Zeugen des Seelenkampfes Thristi gewesen sind, ist höchst unwahrscheinlich; denn Iosephus, welcher 37 nach Thristi Geburt zu Jerusalem das Licht der Welt erblickte, berichtet, daß Titus bei der Belagerung Jerusalems im Jahre 70 nach Lhristi Geburt alle Bäume der Umgebung der Stadt auf eine Entfernung von JOO Stadien (etwa {8 Kilometer) habe fällen lassen." Dagegen soll man Nachweisen können, daß Olivenbäume im Garten Gethsemane zur Zeit der Eroberung Jerusalems durch die Sarazenen (636 nach Thristi Geburt) vorhanden waren. Damit ist freilich noch nicht unanfechtbar erwiesen, daß die jetzt dort vorkommenden Bäume aus jener Zeit stammen. Als Zeichen dafür, daß Syrien die wahre Heimat des Glivenbaumes ist, möchte Anderlind auch die volle Belaubung, die dunkle Färbung der Blätter und die ungewöhnlich starke Ausschlagfähigkeit des syrischen Ölbaumes brachten. Besonders aufgefallen durch Fülle, Üppigkeit und dunkle Farve der Blätter sind ihm die Olivenanlagen bei Bethlehem, zwischen Bethphage und Bethanien, im Kidron- und Hinnomgrunde, am Fuße des Karmel bei der deutschen Kolonie Haipha, bei Antiochien und Aleppo. Wenn man wie der Forscher, dessen Beobachtungen wir hier mitteilen, einen Überblick über das ganze Land giebt, so erscheinen die Einpflanzungen der Olive nicht so sparsam, wie es bei dem ersten Anblick des heiligen Landes uns vorkommt. Da immerhin die Oliven-

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