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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 9 (1889) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
9 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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68 glückt mit der Gabe seines Sohnes. In ihm, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, kommt mir nun kein fremder Gott entgegen, denn er ist der Schiloh, der Ruhegeber. Ihm vertraut nun meine Seele sich in allem, was mir widerfährt, weil ich weiß, daß alle Dinge zu meinem Guten mitwirken müssen und er mich nicht verlassen noch versäumen kann. Oft fühle ich seine gesegnete Gegenwart und merke, daß er nahe ist, mich im Thal der Todesschatten zu beschützen. Alle Lustbarkeiten und Vergnügungen, die diese Welt nur zu bieten vermag, habe ich gekostet, aber nirgendwo jenen hehren Frieden gefunden, — ich bezeuge dieses alles Ernstes — den ich nun in der Gemeinschaft Jesu Thristi genieße. Ich empfand in Wahrheit keine wahre Glückseligkeit, bis zu jenen Tagen, wo Gott mich aus der Finsternis meines Wesens herausriß und mich in sein wunderbares Licht führte. Run ziehe ich meine Straße gläubig und fröhlich weiter. Ls grüßt Dich, teure Freundin, Deine geringe Schwester N. N. (Aus dem Englischen übersetzt von L. R. in E.) Der Glbaum in Palästina. Dieser Baum, von welchem der Ölberg den Namen hat, tritt uns in der heiligen Schrift schon aus den frühesten Zeiten des Menschengeschlechts entgegen. Außerhalb des Gartens Lden, aus dem die ersten Menschen vertrieben wurden, hat wohl der Ölbaum neben dem Feigenbaum den Ruhm, zu den ersten zu gehören, welche in der heiligen Überlieferung genannt werden, wer weiß, wie weit jene Taube fliegen mußte über die sinkenden Gewässer der Sündflut, bis sie die grauschimmernde Baumkrone ersah, welche als ein Zeichen noch nichL erstorbenen Lebens über das Wasser sich hob, bis sie als erste Brieftaube das Zweiglein als ein Friedenszeichen zu Noah in die Arche bringen konnte? wie oft kehrt von da an die Nennung des Ölbaumes wieder in den Schriften des Alten Testaments! „Der HLrr nannte dich einen grünen, schönen, fruchtbaren Ölbaum," ruft Ieremia (\\, \6) dem abtrünnigen Volke Israel zu. Unser nordisches, an das saftige Grün der wiesen gewöhntes Auge möchte ihm fast diese Farbe streitig machen, aber wer länger im heiligen Lande gelebt hat, dem wird er lieb mit seinem glänzenden graugrünen Blätterschmuck, und in den Augen jener alten Völker, welche wie aus erster Hand die Gottesgaben der Lrde empfingen, war Segen der Fruchtbarkeit und Schönheit immer eng mit einander verbunden. Darum war ihnen der fruchttragende Ölbaum so schön. Unsere Missionsstation Beth Dschala, eingebettet in einen größeren Olivenwald, giebt heute eins der ansprechendsten Bilder davon, was das jüdische Gebirgsland überall noch sein könnte, wenn dieser alte Freund des Volkes Israel, der in Palästina ursprünglich heimische Ölbaum, noch überall die Abhänge und Bergthäler seiner Heimat bedeckte. Vieles spricht für Syrien als die eigentliche Heimat des Ölbaumes. Nach einer griechischen Sage wurde der erste Glivenzweig durch ein

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