Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 8 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554956-2554965--08849-2564910- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
jüdischer Händler behauptete, daß den Psalmen, welche wir verkaufen, . viele Verse aus dem Neuen Testament beigefügt seien, und' man sie deswegen nicht lesen dürfe. Ich forderte ihn auf, unsere Psalmen mit der neuen jüdischen Ausgabe von-Leghorn zu vergleichen. Der arme Bursche war überzeugt, daß viele solche Verse mit den Psalmen' vermischt seren, weil es ihm die Rabbiner gesagt hatten, wir setzten uns nieder und verglichen den ersten Teil der Psalmen. Als er sah, daß kein Unterschied zwischen 'den beiden Ausgaben war, bekannte 'er, - -daß er nun gewiß sei, die Rabbiner hätten ihn falsch unterrichtet. Ich ' -erklärte die wenigen messiänischen Psalmen in diesem Teil. Darauf' sagte er: „Vergeben Sie mir!" Am 25. konnte ich mit -etwa ^00 Juden aus Marokko und den Dörfern sprechen und ihnen Thristum predigen. Dazu veranlaßte die Verbreitung von (50 Aalendern, die ich diesen Morgen von Mogador erhielt. Ich nahm meine hebräische' Bibel und (00 Aalender und ging in eines der Wirtshäuser, wo die Juden von Dmenas und Tasbibt gestern eingekehrt waren. Ich traf sie und bot die Blätter zum Verkauf an. Sie wußten nicht, was ein Aalender sei. Ich erklärte ihnen seine Bedeutung und die Notwendigkeit, solch ein Ding im Hause zu haben. Sie freuten sich, das Buchzu sehen, und fragten mich, warum die Schriftstellen darin ständen. Ich sagte ihnen, daß alle diese Stellen (Mich. 5, (. 2. Ies. 7, (<(;' 9, 5. d; 52; 53; 2% 3. 23. (. VTio\e 3, *5. ps. 2, Ier. H, 3. W; 5, (. H; 6, (6; 23, 5. 6.) dazu bestimmt seien, uns die Geschichte des Messias zu geben. Die meisten von ihnen konnten nicht lesen, aber diejenigen, welche-einige Aenntnis vom Hebräischen besaßen, kauften ein paar Exemplare. Hierauf ging ich um die Läden herum, verkaufte meine Aalender und erklärte die Texte, plötzlich bemerkte ich, daß Ungefähr 250 Juden um mich versammelt waren, Männer und' Ainder, die wissen wollten, was ich zu verkaufen hatte. Da mein Vorrat zu Ende war sandte ich nach Hause und ließ noch 50 holen/ Auch diese wurden alle verkauft. Von 9 Uhr morgens bis 5^/2 Uhr' nachmittags verkehrte ich in dieser weise mit Juden. — Als ich am 27. mit einigen Arabern und Juden auf den Straßen der Mellah über die Art und weise redete, in welcher das Evangelium verschiedenen Völkern von den gläubigen Jüngern gepredigt wurde, hörte ich einen Araber sagen: „Das Christentum ist nichts ohne die Schriften des heiligen Paulus. Durch seine Briefe und Reisen machte er Völkern verschiedener Abstammung Thristum bekannt." Dann sagte dieser Araber den Juden: „Ihr habt kein Recht, Sidna Issa (den HErrn Iesum) zu verwerfen. Um seinetwillen seid Ihr jetzt im Elend. Leset dte Schrift, denn.Ihr meinet, Ihr habet -das ewige Leben darin." Ich war ungemein erfreut, diese Bemerkungen von einem Araber zu hören, der die Bibel gründlich kennt. Ich besuchte ihn in seinem Hause und fand dort verschiedene Ausgaben des Alten und Neuen Testaments, welche er in Tunis und Marokko erhalten hatte. Montag, den 30. April, verließ ich Marokko und trat meine Heimreise' an. Einer der Rabbiner begleitete mich 6 englische Meilen. Ein