Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 8 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554956-2554965--08848-2564909- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
60 wenigstens einmal in der Mache das Mort Gottes mit ihnen lesen würde. Die Rabbiner nehmen sich nie die Mühe, es mit diesen armen, heruntergekommenen Leuten zu lesen. 5ic sehen nur auf ihren eigenen Vorteil und bekümmern sich nicht um Diebereien und andere. Dinge, die dem Morte Gottes zuwiderlaufen, — Am nächsten Tage, es war Sonnabend, der 2\. April, stand ich früh auf und ging in eine der Synagogen, wo ich wartete, bis der Gottesdienst beendet war. Dann hatte ich eine Unterredung mit dem Thasan, dem Vorbeter, in Gegenwart von \2 Juden. Liner von ihnen fragte mich: „Warum geben sich die Thristen so viel Mühe, die Juden zu bekehren?" . „Weil sie so zu handeln wünschen, wie ihr Meister es befahl: „Gehet hin und prediget das Evangelium aller Kreatur," besonders „den ver- ■ lornen Schafen aus dem Hause Israel." Und aus eben diesem Grunde bin ich heute hierhergekommen, um Luch zu sagen, daß Jesus., allein „der Weg, die Wahrheit und das Leben" ist. Unser „Heil kommt von den Juden", und unser Neues Testament wurde von Juden verfaßt und geschrieben, und darum trachten wir darnach, diejenigen zu erleuchten, von denen wir unser Licht und unsere Erlösung, empfangen haben." — Zwei Tage darauf wurde ich in der Mellah von einem bejahrten Juden mit den Worten angehalten: „Mein Herr, ich möchte, Sie kämen auf kurze Zeit in meinen Laden." Ich wurde in einen kleinen Tuchladen geführt. Der Ütann fragte mich, ob ich ein Kaufmann sei, und was für Maren ich in diesem Fall zu veräußern habe. Ich erklärte ihm und denanderen anwesenden Juden, ich sei kein Kaufmann, aber der Träger guter Nachrichten. Sie' Meinten, ich beziehe dies auf die bevorstehende Konferenz en Madrid. Da sagte ich ihnen, meine Nachricht sei dies-e: es gebe einen besseren Weg zur Ewigkeit, als den dunkeln, elenden Weg des' Rabbinismus. Sie fragten mich, ob die Thristen an das Alte Testament glaubest, Und wenn dies geschehe, warum sie nicht alles beobachten, was darin Vorgeschrieben sei? Ich erwiderte: „Mir glauben, daß das Alte Testament Gottes Wort ist und von Männern, die der Geist Gottes trieb, geschrieben wurde. Aber wir können nicht alles beobachten, was darin geschrieben steht, z. 8." die Anordnungen und Gpfer im 3. Buch Mose, die für gewisse Zeiten und besondere Grte eingesetzt wurden, wenn von diesen jetzt keiner mehr besteht, wie können wir jene Verordnungen halten? Überdies sollte das Gesetz uns belehren Und geschickt machen für einen höheren ustd besseren Bund, welcher von Jeremia (5\, S\) geweissagt war, für den Bund Jesu, des wahren Messias, der in diese Welt kam, für unsere Sünden starb und zu unserer Rechtfertigung wieder auferstand." Sie sagten, ich sei jedenfalls in diesen Dingen erzogen worden, und sie seien nicht fähige mir zu antworten. Ich forderte sie auf, mir zwei ihrer gelehrten Rabbiner zu bringen, mit denen ich in ihrer Gegenwart eine Unterredung halten wollte. — Ein proselyt, der in Geschäften hier ankam, half mir etwas in meiner Arbeit. Ich besuchte vier jüdische Däuser mit ihm, auch Machten wir einen Gang durch die Kaufläden der Mellah. Ein