Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1889-01-01 · 8 (1889) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
8 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554956-2554965--08847-2564908
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

59 Horch, endlich dringt ans Ohr himmlische Runde Von einem menschgewordenen Gottessohn! „Komm her zu mir! Ich heile deine Wunde. Ich nahm dereinst auf mich der Sünde Lohn. O glaube doch dem Wort aus meinem Munde, Und bätd ist vor dem Licht die Nacht entfloh'n. O komin und steh und siege — nicht in deiner Geringen Kraft und Weisheit, doch in meiner!" „was alle Schätze dieser Welt versagen, Das wird in meinem Reiche dir zu teil. $vlv dich auch Hab* ich Gottes Zorn getragen, Auch dir dadurch erworben ew'ges Heil. Ich ließ ans Kreuz von Golgatha mich schlagen Und mich durchbohren von des Todes Pfeil, Damit du fändest, was du sonst hienieden vergeblich suchst: des Himmels wahren Frieden." — Der Pilger glaubt's und jubelt: „Dank gesungen Sei tausendmal für dein vergoff'nes Blut, Du Hoherxriester Gottes, der bezwungen Durch seinen Tod den Tod auch mir zu gut, Der auch für mich das Leben hat errungen! Mein Herz hat Frieden, weil's an deinem ruht. Dein will ich fein, dir leben und dir sterben. Du ließest mich das Friedensreich ererben." Im Iudenviertel von Marokko. (Schluß.) Als ich am April erfuhr, daß eine Karawane von Juden von Toondoof, einer kleinen Stadt im äußersten Süden, eingetroffen war, beschloß ich, eine Stunde mit den Leuten zuzubringen. Ich nahm 5 Neue Testamente und 20 Traktate mit mir und brach dann auf, um sie in einer der Karawansereien in der Medinah, dem arabischen Euartier, aufzusuchen. Dort angekommen, fand ich \2 Personen, die eben ihre Mahlzeit bereiteten. Auf meine Fragen erfuhr ich, daß Toondoof ein Grt mit 5000 Einwohnern ist. Ls hat eine Mellah, 2 Synagogen und 250 Juden, während der großen Feste, Laubhütten, Passah und Pfingsten, bleiben alle Juden zu Hause, aber zu anderen Zeiten des Jahres gehen sie in die größeren Städte, um waren einzukaufen, und bereisen dann die Dörfer, um sie an die Araber zu verkaufen. Sie werden von ihren Nachbarn sehr verfolgt. Sie sind kräftig gebaut und von dunkler Gesichtsfarbe. Ich gab ihnen alle meine Traktate und Neuen Testamente mit einigen Worten der Ermahnung. — Am folgenden Tage kamen zwei Juden zu mir und baten um Neue Testamente. Der eine, ein Jude aus Mogador, sagte, er habe dort Missionar Ginsburgs Gottesdienste zweimal im Monat besucht und fast das ganze Neue Testament gelesen, jetzt wolle er gern eines in seinem Hause haben. Ich las mit ihm die zwei ersten Kapitel des Evangeliums Lucä, und gab ihm dann ein Neues Testament und einen Traktat. Auch der andere Jude, welcher alt und sehr arm war, hörte dem Lesen und der Erklärung der Kapitel aufmerksam zu. Er wünschte, es möchte jemand hier leben, der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.