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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 7 (1889) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
7 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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52 der Redner der neuesten erfreulichen Nachrichten aus Abessinien. Die dortigen Iudenchristen waren in den letzten Jahren großen Gefahren ausgesetzt, blieben aber in denselben ihrem Heiland treu. Die Erfüllung der Missionspflicht hat immer noch ihre Verheißungen. Unter den Mitteln zur Ausübung jener Pflicht ist () die Benutzung der Presse zu nennen. Man verbreite heilige Schriften und Traktate, auch christliche Zeitschriften, wie jüngst wieder eine neue erschienen ist (The everlasting nation), sei aber dabei vorsichtig. B. sah erst vor wenigen Wochen in Tunis einen Platz, wo viele hebräische Neue Testamente von Juden öffentlich verbrannt worden waren, an die man sie weggegeben hatte, ohne die Empfänger zu prüfen. 2) Äußerst wichtig ist auch die Arbeit an den Rindern in pensions- und anderen Schulanstalten. Die Missionsschulen in Tunis, die B. besuchte, machten auf ihn einen sehr guten Eindruck. Die Rinder sagten ihm Bibelsprüche, auch ganze Rapitel des Neuen Testamentes auf. Viele gehören angesehenen jüdischen Familien an, zwei Rnaben sind die Söhne eines- Rabbiners, und doch befinden sich gute jüdische Schulen in derselben Stadt. Dazu kommt 3) die Stimme des Missionars. Ungefähr zwer Drittel der Missionare der Londoner Gesellschaft sind Iudenchristen. Auch viele andere Vereine besitzen Agenten, welche unserer Gesellschaft ihre Renntnis des Lhristentums verdanken. Im letzten Jahr kamen nach dem Bericht dieser Gesellschaft (20 Iudentaufen vor. Von den mehr als (00 christgläubigen Israeliten, die in der Rirche von England die Weihe zum geistlichen Amt erhielten, wurden zwei Bischöfe. Unter den judenchristlichen Gelehrten ragte dev kürzlich verstorbene Dr. Alfred Edersheim hervor, der Verfaffev einer vorzüglichen Geschichte des Messias. Auch der Verfaffev eines vor wenigen Jahren erschienenen kleinen Buches, welches die schlagendsten Antworten auf die Einwände der Ungläubigen gegen das Wort Gottes enthält, war ein Iudenchrist. Gläubige Israeliten beteiligen sich eifrig an dem Rampf gegen Romanismus und- Rationalismus. Endlich erinnerte der Redner an ps. 67. wenn Gott Israel aufs neue segnen wird, werden alle Lande Ihn fürchten. Daher kann man zu der Arbeit der Iudenmission volles Vertrauen haben. Zuletzt trat Missionar Bachert aus Hamburg auf und bat als bekehrter Israelit, mit seinen unbekehrten Stammesgenossen Mitleid zu haben. Besonders legte er es den Frauen ans Herz, ihrer jüdischen Schwestern zu gedenken. Line Jüdin war ja die Mutter des Messias, eine andere die erste predigerin von seiner Auferstehung. Allerdings muß man sich bei der Bezeugung der Wahrheit manchmal eine unfreundliche Behandlung gefallen lassen. Als B. in Hamburg zum erstenmal versuchte zu missionieren, wurde ihm der Hut angetrieben. Aber trübe Erfahrungen dürfen uns nicht entmutigen. Ein scheinbar ehrlicher Forscher lieh von B. auf zwei Tage 100 Mark, ging jedoch mit dem Gelde heimlich nach Amerika, Hier fand er in einem Gefängnis seinen Heiland. Bekehrt kehrte er nach Hamburg zurück. Als Reisender für ein großes Raufmannshaus hatte er ein gutes Ein-

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