Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 7 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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50 gingen an ihm vorüber, ohne sich seiner zu erbarmen. Da fuhr ein Israelit aus Dornheiüi durch dieselbe Straße, hob den Gefallenen auf und brachte ihn auf seinem'Wagen nach Hause. — In Triest wollte eine christliche Frau sich das Leben nehmen, wurde aber von einem Israeliten zweimal daran gehindert. Mit eigener Gefahr riß er sie von den Schienen weg, auf die sie sich beim Heranbrausen eines Lisenbahnzuges gelegt hatte, und als sie sich dann ins Meer stürzte, eilte er ihr nach und rettete ihr noch einmal das Leben. — Lin 25jähriger Jude aus Jerusalem fand in Paris seinen Tod, als er in einem brennenden Hause Hilfe zu leisten suchte. — Am ^9- Februar ds. Is. wurde ein junger jüdischer Kaufmann in Jülich auf Befehl des Landesherrn vom Landrat mit der Rettungsmedaille geschmückt. Während sonst niemand gewagt hatte, einem ertrinkenden Handwerker beizustehen, war er dem Hilferuf desselben gefolgt und hatte ihn aus dem Wasser gezogen. — In Würzburg rettete ein jüdischer Kandidat der Medizin ein viermonatliches Thristenkind bei einem Brande. Das 81. Iahresfest der Londoner Iudenmissionsgesellschaft begann am 2. Mai d. I. mit einer predigt über Rom. H5 in einer Londoner Kirche. Bel der Hauptversammlung, die am folgenden Tage in Exeter Hall abgehalten wurde, bildete ein Teil von Amos 7 die Unterlage für die Verhandlungen. Nach der Verlesung des Jahresberichts, auf den wir in einer späteren Nummer zurückkommen werden, sprach zuerst der Vorsitzende, Sir John Kennaway. Er nannte Israel einen diamantenen Fels, von welchem die Mission lebendige Steine zu hauen suche, um sie als den Tempel Gottes und die Kirche Lhristi aufzubauen. Für besonders notwendig erklärte der Redner die Arbeit unter den ^5 000 Juden im östlichen London. Lin ermutigendes Zeichen sei der judenchristliche Gebetsbund, der jetzt 600 Mitglieder zähle. Weiter verwies er auf die starke Einwanderung von Juden in Palästina. Trotz des Widerstandes der türkischen Regierung wohnen gegenwärtig in Jerusalem 25 000, in ganz Palästina 60 000 Israeliten. Sir K; verglich mit dieser Zahl die ^3 360, welche aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten. Je mehr die Einwanderung wachse, desto höhere Anforderungen werden an die Mission gestellt. Nach dem Urteil des anglikanischen Bischofs von Jerusalem zeigen die dortigen Juden der letzteren viel Entgegenkommen. Die Ergebnisse der Missionsarbeit werden, wie der Schluß der Ansprache hervorhob, erst am Gerichtstage allgemein, bekannt werden. Sie ist Sache des Glaubens, ein Säen des göttlichen Samens oder doch eine Vorbereitung des steinigen Bodens für die spätere Aufnahme desselben. Der zweite Redner war der Erzbischof von Lanterbury. Er sagte u. a.: Die Iudenmission arbeitet in einer besonderen Ecke des Weinbergs, die das höchste Maß von Anstrengung, Glauben und Gebet verlangt. Sicherlich werden die Juden einmal ein christliches. Volk