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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 6 (1889) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
6 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Händen, einen anderen hebräischen Gesang singend und weinend. Liner von ihnen, augenscheinlich der nächste Verwandte, zerkratzte sich das Gesicht mit den Nägeln und sagte: „G du, der du Brot für uns erwarbst, wohin bist du gegangen, warum hast du uns verlassen?" und viele andere ähnliche Worte. Gleich darauf kam der Tote, in ein schwarzes Tuch gehüllt, auf einer Bahre liegend und von sechs Männern getragen, die ebenfalls sangen und weinten. Dann folgten die Frauen in ihren weißen Gewändern. Auch sie schrieen zum teil und hoben den Schmutz von der Straße auf, um Äopf und Gesicht damit zu bedecken. Ich hielt sie für die nächsten Angehörigen, die den Verlust des Verstorbenen so tief fühlten, erfuhr aber auf meine Frage, daß es nur gemietete Klageweiber waren, die von den Angehörigen des Toten ihre Bezahlung empfingen. Fünf oder sechs Männer gingen in der Straße, die der Zug berührte, auf und ab und sammelten Geld ein mit den Worten: ^Almosen errettet vom Tode". Ich hielt einen der Männer an und sägte ihm: „Ls ist sehr gut, den Armen Almosen zu geben, das rettet uns jedoch nicht vom Tode, wir sind geboren, um zu sterben, aber wenn wir an den Messias glauben, den Sohn Davids, werden wir ewiges Leben erlangen". — Einmal betrat ich den Laden eines jüdischen Goldschmieds, der sich freute, mich zu sehen. In kurzer Zeit versammelten sich etwa elf Juden, um uns zuzuhören. Lin junger Mann, der in England erzogen worden war und merkwürdig gut englisch sprach, redete über die traurige Lage der Juden von Marokko. Er sagte: „Vor ^0 Jahren ging mein Vater nach Demnat. Als er voriges Jahr zurückkehrte, fand er, daß die hiesigen Juden noch ganz dieselben waren, wie bei seinem Abgang. Ich glaube, niemand kann den Zustand der Juden verbessern, außer den Missionären. Ich habe von ihrer Arbeit in Thina und Afrika gehört und gelesen. Ich weiß, wie sie in diesen finsteren Ländern die Zivilisation eingeführt haben, und bin überzeugt, daß nur Missionsgesellschaften die Juden von Marokko zivilisieren können." Ls ist. sehr ermutigend, ein solches Urteil von einem Mann zu hören, der im Jahr (879 die Mission verfolgte und Herrn Zerbib mit Steinen warf. Nachdem ich anderthalb Stunden hier geblieben war, nahm ich diesen jungen Mann mit in meine Wohnung, wo wir ein Gespräch über die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi führten. Während der noch übrigen Zeit meines Aufenthalts in Marokko sah ich ihn täglich. Mit seiner Hilfe und unter seiner Führung besuchte ich viele jüdische Läden. - -(Schluß folgt.) - * ■' Mer nach Jerusalem reisen möchte. benützt dazu gegenwärtig am vorteilhaftesten die Australien- oder Ostasienfahrer des Norddeutschen Lloyd, die zu den besteingerichtesten Dampfern unserer Tage gehören. Man geht in Bremen oder Antwerpen oder Genua auf die See und fährt nach Port-Said, von wo aus man Jerusalem in 2^ Stünden erreichen-känii. Von Bremen aus bis Port-Said braucht, man etwa *8, von Antwerpen ^7, von Genua bis 5 Tage. Die Gstafienfahrer sind den.Australienfahrern, vorzuziehen, da jene nNMer in Port-Said direkten Anschluß zur Fahrt nach Jaffa haben. Über diie Abfühttsjeit der einzelnen Dampfer giebt die Direktion des Norddeutschen

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