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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 6 (1889) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
6 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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D Wiederherstellung, die der Prophet teilweise noch mit eigenen Augen sehen sollte, sondern auf die von Gott dem Volke zugedachte innere Umwandlung beziehen sich die Worte des Engels. Der Liebling Gottes (V. 23) darf einen Blick in die Zukunft thun, in deren Schoß das größte Geheimnis der göttlichen Liebe ruht. Der Zeitraum der 70 Zahre ist vorüber, aber ein anderer von 70 „Siebenheiten" oder Zahrwochen soll anbrechen, um den Abschluß des alten und die Stiftung des neuen Bundes herbeizuführen (vgl. Zer. 5\, 3(—3H). wann dieser Zeitraum von ^90 Zähren beginnt, sagt deutlich V. 25. Die Genehmigung zum Wiederaufbau Zerusalems erfolgte erst im Zahre %57 durch den Perserkönig Artaxerxes (Lsra 2\, 7, \ \ ff.), eine Erneuerung (Neh. 2, 3 ff. Sirach ^9, ^5) dieser Erlaubnis (3 Zahre später. Also erstrecken sich die 70 Zahrwochen von ^57 v. Ehr. bis 33 n. Ehr. von der letzten und bedeutsamsten, weil messianischen Zahrwoche, in welcher die himmlische Gottesstadt auf Erden erbaut wurde, sind, die vorangehenden 69 als die Zeit des Baues des irdischen Zerusalems geschieden. Znnerhalb dieser 69 Wochen (dieselbe Zusammenziehung findet sich schon in der jüdisch-alexandrinischen Übersetzung) zeigen die ersten 7 ein anderes Gepräge als die folgenden 62. Offenbar ist hier an den Unterschied zwischen der prophetischen und der talmudischen Zeit zu denken. Von H08 v. Ehr. an, als der letzte Prophet, Maleachi, gestorben war, kam die oft so knöcherne Schriftgelehrsamkeit immer mehr zur Geltung. Sie war es, die dem heiligen Gottes, dem Messias, aufs heftigste widerstand, ja ihn ausrottete (Zes. 53, 8), die aber eben damitauch das schreckliche Ende Zerusalems im Zahre 70 n. Ehr. herbeiführte. Und doch vermochten es die Feinde des Gesalbten nicht zu verhindern, daß er während der 70. Zahrwoche, einem Gegenstück zum siebenten oder Ruhetage der Schöpfungswoche, vielen den heiligen Bund stärkte (Daniel 28. 30. 32). Er that dies durch sein Wort, vornehmlich aber durch das alle übrigen aufhebende Opfer seines Leibes (Matth. 26, 28) in der Mitte jener Woche, also nach einer 3^/2jährigen Amtswirksamkeit. Während der zweiten Hälfte der 70sten Zahrwoche, die den Abschluß der alt- und den Beginn der neutestamentlichen Weltzeit bezeichnete, wirkte er unsichtbar durch den pfingstgeist. Daß unsere gewöhnliche Zeitrechnung vier Zahre zu spät begmnnt, daß der Messias also wirklich im Zahre 26 öffentlich ausgetreten ist (Luk. 3, 23) und sein sühnender Tod auf das Osterfest des Zahres 30 fällt, ist hinlänglich bekannt. Bei der nachgewiesenen Übereinstimmung zwischen Weissagung und Erfüllung muß man mit Calvin bekennen: „Wo Daniel die Zahre bis zur Erscheinung Lhristi zählt, wie klär und fest steht dies Zeugnis, das wir dem Satan und allem ^ohn der Gottlosen entgegen halten dürfen, wenn es anders gewiß ist, daß das Buch Daniels in der Menschen fänden war, bevor Christus erschien. Die ungöttlich Denkenden werden sich endlich überzeugen lassen müssen, daß Christus der wahrhaftige Erlöser ist, welchen Gott von Anbeginn dev Welt verheißen hatte, weil er ihn nicht geoffenbaret werden' ließ ohne jenen zuver-

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