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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 5 (1889) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
5 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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37 in die Gemeinschaft der Kirche Jesu Christi aufzunehmen. Der Täufling war nahezu 80 Jahre alt. Er hatte lange Zeit christlichen Unterricht empfangen. Bei seiner Taufe brach er ganz nieder, wie sich der genannte Prediger in einem schreiben über diesen Dorfall ausdrückt. Als die heilige Handlung vorüber war, beteten beide, der hochbetagte Israelit und sein Täufer, in der Sakristei der Kirche mit einander. Da legte der Greis das Bekenntnis ab: „Ich fühlte mich ganz überwältigt, als ich daran dachte, daß ich fast 80 Jahre lang in Finsternis gelebt habe." Gott sei gepriesen, daß er ihm noch in diesem hohen Alter zur Erkenntnis von der göttlichen Klarheit in dem Angesichte Jesu Lhristi (2. Kor. H, 6) verhelfen und so für ihn das Licht aus der Finsternis hat hervorleuchten lassen! Möchte mancher dermalen noch ungläubige Greis aus dem Hause Israel dahin geführt werden, mit diesem gläubig gewordenen in den Lobgesang Simeons (Lukas 2, 2$ f.) einzustimmen: „HLrr, nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen!" Lin englisches Seitenstück zu Kochs „Geschichte des Kirchenliedes" ist das Merk von Duffield: „English Hymns, their Authors and History“. Zu dem Liede von Dr. Matts: „Not all the bloocV of beasts“ findet sich hier eine Erzählung, welche eine Jüdin in London betrifft. Im östlichen Teil dieser Stadt, in welchem zahlreiche Israeliten wohnen, bot einst ein Kolporteur der Bibelgesellschaft heilige .Schriften zum verkauf an. Da hörte er folgendes Urteil aus einem jüdischen Munde: „Mürde jemand von unserm Volk eine Bibel kaufen und lesen und dann Christ werden, so würde er doch gewiß zu seinem früheren Glauben zurückkehren und im Glauben Abrahams sterben". Der Bibelbote erwiderte: „Ich wurde einmal bewogen, eine sterbende Jüdin zu besuchen. Sie hatte um ihres christlichen Glaubens willen ihren Überfluß mit großer Armut vertauscht. Es gab eine Zeit, wo sie' sich einen eigenen Wagen hielt. Eines Tages siel ihr Blick auf ein Gesangbuchsblatt, welches als Hülle eines Stückes Butter in ihr Haus gekommen war. Sie las darauf folgende Morte: „All das Blut der Tiere, die auf jüdischen Altären geschlachtet wurden, konnte dem schuldigen Gewissen keinen Frieden verschaffen und die Befleckung nicht abwaschen." Dieser Vers verfolgte sie. Sie konnte ihn nicht loswerden oder vergessen. Er veranlaßte sie, die Bibel zu lesen, und so fand sie endlich Iesum Christum, „das Lamm, das geschlachtet ist." Sie wandte sich öffentlich dem Christentum zu. Ihr Gemahl trennte sich deshalb von ihr und begab sich nach Indien, wo er sich wieder verheiratete. Sie lebte fortan in großer Armut mit zwei ebenfalls zmn Christentum übergetretenen Schwestern zusammen. Als ich nun am Sterbebette dieser Frau stand, verleugnete sie ihren Glauben an ihren gekreuzigten HErrn nicht, sondern rühmte sich seiner noch in den letzten Augenblicken als ihres Felsen, ihres Schildes und ihres überaus großen Lohnes." So erzählte der Kolporteur und bewies damit, daß die Morte des proselyten Paulus 2. Tim. % 7 u. 8 auch heutzutage noch in den Mund eines Nachkommens Abrahams gelegt werden konnten.

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