Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 5 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Judentum bald auf sich selbst zurück und hielt es nicht mehr für seine Pflicht, die wahre Religion in der Welt auszubreiten. Die Lroberungen, welche es auf der Grenze der beiden Weltzeiten inmitten der Heidenwelt machte, waren allerdings bedeutend. Man vergleiche die Schrift des Iosephus gegen Apion II, 39 und seinen jüdischen Krieg VII, 3, 3. Auch Dio Lassius und Seneka beweisen das Gesagte. Der größte Sohn Israels fällt ein höchst abschätziges Urteil über die damals gewöhnliche Missionspraxis (Matth. 23, (5). Nicht immer war die Ausbreitung des Judentums unter den Heiden der des Christentums förderlich. Am Schluß seiner Abhandlung sagt der Verfasser: „Schon jetzt hat Israel seine Bestimmung dadurch - erfüllt, daß der Weltheiland (Ies.' U, 6) aus dem Schoße dieses Volkes hervorgegangen ist. Wenn es aber dereinst den lange verkannten mit der ganzen Inbrunst eines in Reue zerschmolzenen Herzens umfassen wird: dann wird es seine Bestimmung zu Ende führen, indem es nach dem Vorbild und in der Gefolgschaft des gekreuzigten und auferstandenen Knechtes Gottes seinen Apostelberuf ausrichtet und die Evangelisierung der Menschheit vollenden hilft." Vom alten;um neuen Hunde. von den beiden Israeliten, die Missionar Bernstein in Frankfurt a. M. am Anfang des gegenwärtigen Jahres taufen durfte, empfing der eine, der aus Vffenbach gebürtig ist, schon vor (8 oder 20 Jahren christliche Eindrücke. Nach dem Tode seiner Eltern hatte er mit Armut und Krankheit gekämpft. Seine religiöse Erziehung war vollständig vernachlässigt worden. Da traf er einmal mit Daniel Schreiner, dem damaligen Kolporteur der Londoner Gesellschaft in Frankfurt, zusammen und hörte von diesem die predigt von der Buße und von der Vergebung der Sünden durch einen gekreuzigten Heiland. Schreiner machte ihn dann mit dem christlichen Iünglingsverein bekannt, dessen Versammlungen er seither gelegentlich besuchte. Da er taub ist, verstand er die hier gehaltenen Ansprachen nicht, doch las er für sich selbst die Bibel, viele Jahre lang war sie fast das einzige Buch, welches er las und sorgfältig studierte, bis er endlich feine Sündhaftigkeit erkannte und nach einem Heiland verlangte. Missionar Bernstein unterrichtete ihn schriftlich und freute sich zu sehen, wie der HLrr Jesus wieder sein „hephata!" (Markus 7, 3H) sprach und alles wohlmachte. Der vor so langer Zeit gesäete Same trug Frucht. An der Taufe des tauben christgläubigen Israeliten beteiligten sich etwa (00 junge Männer. Die Kirche, in der sie stattfand, war schön geschmückt. Bernsteins predigt über das Evangelium des Neujahrs - tages (Lukas 2, 2() stellte die Beschneidung als ein Vorbild für die christliche Taufe dar. Am 2% Februar d. I., einem Sonntag, hatte der Prediger McTormick in Brighton die Freude, einen greisen Sohn Abrahams