Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 4 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Ankunft bat mich die Mutter des Kranken, ihrem Sohne Arzenei zu geben. Ich sagte ihr, in dieser Weise könne ich ihm nicht helfen, aber ich könne Gott durch Iesum Christum bitten, wenn es sein Wille sei, ihren Sohn gesund -zu machen. Die Leute baten mich nun, jeden Tag zu kommen, weil mein Besuch dem jungeil Manne eilt Trost sein würde. Ich that das, aber leider starb der Kranke bald darauf. — Daß frühere Missionsbesuche hier bei vielen in guter Erinnerung stehen, erfuhr ich mehrfach. Lin Jude erzählte mir: „Vor einigen Jahren kam Missionar Ginsburg von Mogador und ein anderer Missioilar nach Marokko. Als wir voll ihrer Ankunft hörten, inachten sich sieben von uns auf, sie zu bewillkommnen. Herr Ginsburg sagte uns, er möchte gern zehn gelehrte Rabbiner seheil, weil er einen besondereil Gegenstaild zu besprecheil habe. Demgemäß veranlaßte ich zehil Rabbiner, zu dieser Besprechmlg zu kommen. Außer deil Rabbiilern wareil iloch viele aildere Iudeil zugegeii. Zu mlsrenl Lrstauileil hörteil wir Herrn Giilsburg hebräisch predigen. Gr wollte beweiseil, daß das mündliche Gesetz ilicht göttlich sei, daß das Neue .Testameiit von Gott stamme, und daß Jesus der vor lailger Zeit gekoinmeile Messias war." Ich fragte deil Erzähler, was er denil voil deiil allen gedacht habe. Er erwiderte, er könile ilichts gegeil die Beweisgründe Ginsburgs sageil, deiin das mündliche Gesetz sei wirklich nicht göttlicheil Ursprungs; aber mit seinen anderen Behauptungen könne er ilicht übereinstimineil. — Iil 5 jüdischeil Schulen sah ich 500 Rinder, die alle auf dem Fußboden saßeil uild die Beine übereiilailder geschlagen hatten. Die Lehrer hatteil nebeil sich kleiile, viereckige, ungefähr eineil Fuß hohe Tische und ihre Falakahs oder Instruineilte, init denen sie die Füße der Knaben binden und ihileil ^>0 Streiche weniger einen gebeil. Als ich durch die Straßen giilg, iil deilen die Schulen wareil, hörte ich das heulen der Kinder, aber als ich eintrat, wurde.il sie alle still. Die Lehrer standeil überall auf, um mich zu empfangen. Die Rinder wurdeil angewiesen, ihre hebräischeil Gesäilge zu singen, was sie tu barbarischer weise thateil. Alle Rilabeil waren voil oben bis unten iil schmutzige Lumperl gekleidet. Schwerlich wird sich enter voil ihneil oder auch nur einer der Lehrer mehr als eiiimal iil der Woche wascheil. Nach deil Schulbesucheil wurde ich voil deil Lehreril in die Synagogen geführt. Ente derselben war hübsch und sauber. - Verschiedeue Abschnitte der Bibel uild rabbiilischer Bücher hingeil, auf Pergament geschrieben, an deil Wäildeil, die nach der Landessitte schön bemalt wareil. Über dem Platz, an welchein die Gesetzesrolleil liegen, befandeil sich die zehn Gebote, in hebräischer Sprache geschrieben uild eiilgerahmt. Ach, wie viele leseil sie alle Tage und haildebl doch nicht ilach ihreil Vorschriften! An dieseil dem Gottesdienst geweihten Orteil säete ich den Samen des Gvangeliunls. (Fortsetzung folgt). Diakonie nnd Jndenmission. Daiik der Freigebigkeit der englischen Gräfin Neath konnte die Londoner Iudenmissionsgesellschaft jüngst 2 Diakonissen aus der Diakonissenanstalt des Dr. Laseron