Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 4 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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den dunkeln Olbäumen zurück, um weitere Lieder zu singen. Der milde Ostwind trug die Töne des Gesanges den Heimkehrenden zu, die beim Ersteigen des Gethsemane gegenüberliegenden Hügels dann und wann stehen blieben, um den bald stärker, bald schwächer werdenden Rlängen zu lauschen. Ls war Uhr, als Hanauer von diesem äußerst einfachen, aber einzigartigen und eindringlichen Gottesdienst nach Hause kam. (Schluß folgt.) Im Iudenmertel von Marokko. Reisebericht von Missionar Norollah. (Fortsetzung.) Während meines 2o tägigen Aufenthaltes in Marokko hatte ich gute Gelegenheit, die Juden zu besuchen und ihnen sowohl in ihren Däusern und Läden, als auch zuweilen in ihren Synagogen das Evangelium zu predigen. Ich wurde überall freundlich aufgenommen, in einigen Fällen auch in ihre Däuser zum Mittagessen eingeladen. Einige, welche erfuhren, daß ich zu derselben Gesellschaft gehöre wie Herr Zerbib, kamen zu mir und erkundigten sich nach ihm. Sie sagten: „Wir haben ihn sehr gern, weil er die Juden liebt." — Ich lasse jetzt noch ein paar Tagebuchblätter folgen. Bei nleiner Ankunft am 5. April begegnete mir am Thor der Mellah der Sohn eines Raufmanns aus Mogador, der mich zu meinem Ouartier begleitete und mich herzlich willkommen hieß. Er führte mich auch in der Mellah umher und stellte mich mehreren Juden vor. Die Juden sind sehr froh, wenn sie mit einem Europäer in der Medinah, dem muhammedanischen viertel, umhergehen können, denn dann werden sie von den Arabern nicht belästigt. Ich hatte so eine gute Gelegenheit, mit verschiedenen zu sprechen. Einmal waren zwei meiner Begleiter sehr gerührt, als sie von der Kreuzigung Thristi hörten. Sie sagten: „Wegen der Sünden unserer Vorfahren, und weil sie diesen unschuldigen Mann (Iesum) schlecht behandelten, werden wir noch immer verfolgt. Jetzt haben wir ihre Sünden zu tragen, wie geschrieben steht: „Ich, der HErr, dein Gott, bin ein eifriger Gott und suche heim die Sünden der Väter an den Rindern bis ins dritte und vierte Glied bei denen, die mich hassen." wehe uns! Wehe uns!" Ich sagte ihnen, daß Gott ihre Sünden vergeben würde, wenn sie an Iesum glaubten, der in die Welt kam, um zu suchen und selig zu machen, was verloren ist, und um unser aller Sünde auf sich zu nehmen. — Einmal holte mich ein alter Jude in sein Haus, damit ich einen seiner verwandten besuchte, welcher krank war. Er hatte gehört, ich sei ein Arzt und wolle in Marokko praktizieren. Ehe ich aufbrach, sagte ich ihm, ich sei kein Arzt für den Leib, aber ich könne ihn zu dem großen Arzt führen, welcher bereit ist, allen denen zu helfen, die in: Glauben zu ihm kommen. Der Jude antwortete: „Wenn Sie in das Haus kommen könnten, so würde mein junger Freund besser werden, denn er sieht sehr gerne Thristen und spricht mit ihnen." So ging ich mit ihm. Bei meiner