Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1889-01-01 · 4 (1889) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
4 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2554541-2554956-2554961--08813-2564870
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

_29. solle in den neuen Landtag gottesfürchtige Männer wählen. An Mannesmut fehlt es dein stillen Gelehrten nicht. Im Juli \850 empfand er seiile körperlichen Leiden mehr als sollst. In einer Vorlesung hielt er nur mit Mühe aus. „Das war Neanders letzte Stunde", sagten die Zuhörer zu einander, als der geliebte Lehrer deil Saal verlassen hatte. Line Zeitlang versuchte er noch schriftstellerisch zu arbeiteil, dailil mußte er sich zu Bett legeil. Bald umhüllten ihn Fieberphantasieen, in deneil er ileuteftamentliche Schriften auslegt, eine kirchengeschichtliche Abhandlung diktiert u. s. w. plötzlich richtet er sich auf und fragt: „wieviel Uhr ist es?" „Va^O", lautet die Antwort. „Ich bin müde. Ich will schlafen gehen. Gute Nacht!" Lr schläft ein, um drobeil zu erwacheil. Ls war in der Sonntagsfrühe am Juli \850. Am Grabe redete fein Freund Strauß über der: Text: „Da sprach der Iüilger, deil der HLrr lieb hatte: „Ls ist der HLrr."" Rrumnlachers Text war: „wisset ihr ilicht, daß heute ein Fürst uild Großer in Israel gefalleil ist?" Neailders 2lugeil waren ilach oben gerietet. Lr lebt darum von obeil. Lr ilimnlt Kräfte der zuküilftigeil Welt in sich auf und spendet sie all alle, die ihn: nahe,l. Als eine durchgebildete, lebensvolle christliche Persönlichkeit, die lloch immer fortwirkt, steht dieser proselyt aus Israel vor wls. „Lr ist gestorbeil und lebet iloch." Darum beherzigeil wir die Mahnung: „Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben!" Gründonnerstag bei den Evangelischen in Jerusalem. Über die vorjährige Feier des Grüildoililerstags in der englischevangelisch en Gemeiilde zu Ierusalein berichtet der Iudenmissionar Hanauer in „The Iewish Iiltelligeilce" von f888, 5. U^. Lr hatte den Tag über seine gewöhillicheil Gbliegeilheiteil zu erfülleil. Abends ilahm er ain Kommuniongottesdienst in der Thristuskirche teil. Die Kirche war gedrängt voll. Die Zahl der Abendmahlsgäste betrug 90 bis WO. Nach deiil Gottesdieilst pilgerte der größere Teil der Gemeiilde Mld uilter ihm auch der Lrzähler auf der Außenseite der nördlicheil Stadtmauern ilach Gethsemane hillab. Vom wolkenlosen Hinliilel leuchtete der Helle passahmond. Alles war still. Nur eine Lule iil den Mlivenhainen in der Gegend des Lagers der Affyrer ließ ihre Klagelaute höreil, uild einen Augenblick vernahm mail auch das Schreien voll Schakaleil auf deil fernen Hügeln. Als inan Gethsemane erreichte, wurde in der Nähe der neuen russischen Kapelle Halt gemacht. Liilige liegen sich unter Bäumen, aildere an einenl Abhailg nieder. Dailil sailg die Versammlung das Lied: „.Rock 0f Ages“, und nun. las Prediger Kelk die Geschichte voil denl Seelenleiben Jesu in Gethsemane. Nach einem zweiteil Gesailg („There is a fountain fillecl with bloocl“) sprach Kelk eia Gebet. Hierauf nlachte man sich wieder still auf deil Heimweg. Nur der Thor der Thristuskirche blieb noch länger unter

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.