Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 3 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Becker geweckt worden, welcher °(2 Jahre lang im Dienst der londoner Iudennlissioilsgesellschaft stand. Beide waren aus Berleburg gebürtig, einem hauptsächlich durch die 8 Folianten umfassende Bibelerklärung des Kandidaten Johann Friedrich Haug und seiner Freunde berühmt gewordenen Städtchen int Kreise Wittgenstein (Westfalen). Von Halle aus, wo er vom gerbst (85^ an Theologie studiert hatte, besuchte der Neffe im Sommer (856 seinen erst im vorhergegangenen Jahr von der Weichsel an die Elbe versetzten Verwandten und reiste dann mit ihm in die Heimat, wie bei diesem Zusanunensein, so hatte er auch sonst mehrfach Gelegenheit, die Freuden und Leiden des Berufes eines Iudenniissionars kennen zu lernen. Er erkannte bald, worin die Hauptschwierigkeit desselben besteht. Am 30. Mai (857 schreibt er von Bonn aus, wo er seine Studien fortsetzte und vollendete: „Da, wenn es Juden wären, mit denen inan es zu thun hätte: ich glaube, dann würde nichts leichter fein, als Iudenmissionar zu sein, und nirgends würden reifere Garben fallen. Aber was ich int vorigen Herbst bei Ihrer Unterredung mit den Berleburger Juden aus meinem eigenen Nachdenken über die Sache denselben unter heftigem Widerspruch sagte: sie. seien gar keine Juden, das habe ich später auch durch ein Wort aus dein Munde wiseres Heilandes bestätigt gefundeii, welches wir lesen Ioh. 5, ^5b. ^6. ^7. Eigentliche Juden sind heutzutage eine selteiie Erscheinung, denn auch die dein Talmud treuen sind keine Juden im alttestamentlichen Sinn: sie müßten auch bei der oberflächlichsteil Bekaililtschaft mit dem Neuen Testaiileilt darin ihre alttestameiitlicheil Weissaguilgen erfüllt sehen. Der Missioilar hat eine große Mühe, bis er die Nichtjuden zu Juden geinacht hat, um sie so auf geradem Wege den: Thristentuiil in die Hände zu führeil." Kurz vor seiilem Abgailg voll der Universität Boilil lernte er den daselbst angeftellten schottischeil Iudenmissionar Graham kenileil. Bei einem Besuch im Hause desselben empfing er deil Liildruck, daß er durch deil Umgang mit Graham und seiner Familie viel hätte gewinileil föunen. Nach dein durch ailregeilde Gespräche belebteil Mahle wurdeil Bibelil auf deil Tisch gelegt, uild mm las jeder der 2lnweseildeil der Beihe ilach einen Vers aus denl für deil 2llumb gewählteil 2lbschilitt, der Hausvater in hebräischer Übersetzung. Auf das gemeiilsame Bibelleseil folgte ein Geb^ welches Grahaiil kilieeild sprach. Selber ül die Iudeilmission einzutreteil, dazu konilte sich Becker freilich nicht eiltschließeil, obwohl es seiil Gheüil gerile geseheil hätte. 2lil 27eiguilg, als Missionar zu dienen, fehlte es ihiil zwar ilicht, aber er nleinte, um auf diesein 2lrbeitsfelde wirkeil zu dürferl, inüffe mail die bestimmte Aufforderwlg im Innern verilommeil haben: „Gehe Hill! Dort ist deiil Weinberg." „2luch der Thristenpastor", schrieb er scholl (857, „kann einzelnen verloreneil Schafen. Israels die Stiinnle seiil, die sie aus der Irre zu den ewig fließenden wafferil führt." 2lls er im folgeilden Jahr ül der Gsterzeit zu Münster das erste theologische Examen bestanden hatte und nun von dem Generalsuperintendenten wiesmann an ihil die 2ülfrage gerietet wurde, ob er gesonneil sei, anstelle des abgegangenen Pfarrers Kalthoff Missioilar des rheinisch-