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Dibre Emeth · 1889-01-01 · 3 (1889) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
45 (1889)
Issue
3 (1889)
Date
1889-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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21 westfälischen Vereins für Israel zu werden, antwortete er verneinend. Wie seine Miteraminanden, denen dieselbe Frage vorgelegt wurde, hielt er seine hebräischen Kenntnisse für unzulänglich zu diesem Beruf. Nicht lange nach der zweiten theologischen Prüfung im Frühjahr ^859 kam Becker als Pfarrer nach Weidenhausen bei Berleburg. An der Einführung in dies Amt nahm zu seiner großen Freude auch der Oheim teil. In seinen Briefen an denselben finden sich manche Beweise davon, daß ihm die Iudenmission an: Kerzen lag, obwohl er ein „Thristenpastor" geworden war. So schrieb er ihm eine auf der Wittgensteiner Kreissynode von \86\ gehaltene Ansprache ab, in welcher der Vorsitzende, Superintendent Winckel, die Arbeit an Israel warm empfohlen hatte. Der Anfang lautet: „Die Mission hat für uns einen sehr wichtigen Gegenstand in unserer nächsten Nähe: die Juden. Die so zahlreich unter uns lebenden und mit uns handelnden Glieder des alten Bundesvolkes werden leider von uns zu wenig als unsere Nächsten, als unsere Staatsgenossen und Mitunterthanen behandelt, als daß ein wahrhaft christlicher Einfluß von uns auf sie übergehen könnte. Sie sind uns nur zu sehr, was die Samariter einst ihren Vorfahren waren (Ioh. 8, H8), als daß wir ihnen „barmherzige Samariter" sein könnten, wir, die Leiter der Kirche, bedenken es zu wenig, was wir auch ihnen sein müssen, wenn unser Evangelium, wie es doch soll, vor unserer Umgebung nicht verdeckt sein, sondern, als Wahrheit und Kraft zur Seligkeit, nicht allein den Heiden, sondern auch den Juden sich bewähren soll. Ich glaube nicht, daß direkte Bekehrungsversuche zunächst eines jeden unter uns Pflicht sind. Auf dein Gebiete des sittlichen Lebens müssen wir unserm Glauben unmittelbaren Eingang bei ihnen zu verschaffen sucheil, mit ihnen das ihnen uiid uils geltende prophetische Wort zu erfüllen streben: „Bessert euer Leben uild Weseil!"" Am \9* Januar \865 berichtete Becker, daß die im Jahre \862 abgehaltene westfälische Provinzialsynode folgendeil Beschluß gefaßt habe: „provinzialsynode erkeililt wiederholt die heiligen Zwecke der Mission für Israel gerile an, welche durch deil rheinisch-westfälischeil Vereiil zu Köln in den beiden westlicheil Provinzen gefördert werdeil, und empfiehlt die Eiilrichtmlg eines besonderen jährlicheil Gottesdienstes für Israel, wozu der f0. Soilntag ilach Trinitatis besoilders geeignet erscheint. provinzial-. syilode beailtragt die Gestattuilg einer dabei' abzuhaltenden Kircheilkollekte zmil Besteil des genannteil Vereins." Er fügt dieser Nachricht die Bemerkuilg bei: „So wird also die Teilnahme der Kirche für die Missioil uriter Israel iinmer allgemeiiler." Der Adressat des Briefes, dein der Abseilder mit feineu Mitteilung eine besondere Freude zu bereiteil hoffte, konilte das Schreibeil nicht mehr leseil. Er starb all deiil gleicheil Tage, an welchem es in Hamburg ankam. \863 folgte Becker einem Nuf all die größere Gemeinde Erndtebrück, in welcher er länger als 20 Jahre blieb. Die Arbeitslast war hier bedeuteilder, wurde aber voll ihm gerile getragen. Nach einer predigtreichen Festzeit schrieb er: „Mir tauete, je öfter ich predigte, das Herz um so mehr auf." Oft behandelte er teils einzelne, teils

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