Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 2 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554956-2554959--08794-2564849- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
die er in den nächsten Wochen täglich' an seine Frau richtete, und in denen er ihr Christum predigte, blieben unbeantwortet, ja ungelesen. Da bewog ein Traum die Tochter, welche ihren Vater immer noch liebte, einen Brief desselben zu erbrechen und zu lesen, und sie überzeugte sich davon, daß er durch die Annahme Jesu, als des Messias, kein böser Mensch geworden war. Nun las auch die Mutter das Schreiben, und auch sie erfuhr eine Sinnesänderung. Bald schenkte ihr Gott Licht und Frieden. Der Messias ihres Mannes wurde auch der ihrige. Dr. R. hatte die große Freude, zu sehen, daß sein geliebtes Weib, später seine Tochter und endlich nach Jahren, im Jahre \SS7f auch sein Sohn ihm im Glauben folgten. Den Fluch seiner Schwiegereltern und seiner greise,! Mutter ertrug er im Blick auf Psalm 27, \0. Der L)Lrr, dem er diente, verwandelte den Fluch in Segen. Der junge R., welcher dem Evangelium am hartnäckigsten widerstanden hatte, bereitet sich jetzt auf den Dienst an demselben, das evangelische Predigtamt, vor. Anderthalb Jahre nach seiner Bekehrung führte Gott den Arzt mit der Mutter des Tambours von Gettysburg zusammen, der ihm zuerst Christum verkündigt hatte. Er konnte der alten Frau bezeugen, daß das Gebet ihres.sterbenden Sohnes erhört worden sei. Im Iudenviertel von Marokko. Reisebericht von Missionar Norollah. Am Mstermontag, den 2. April \SSSf vormittags 8 Uhr, brach ich von Mogador auf. Jn \xl2 Stunden hatte ich die Stadt aus dem Gesicht verloren und befand mich im Walde von Artem. Ich war mit Empfehlungsbriefen von dem französischen Konsul an seinen Agenten in Marokko versehen, ebenso empfahlen mich andere Europäer an ihre Freunde für' den Fall, daß ich ihrer Hülfe bedürfen sollte. Europäer nehmen auf einer Reise ins Innere dieses Landes meistens Waffen mit sich und reisen nie ohne einen Soldaten. Ich hatte.weder das eine noch das andere und vertraute allein dem zweischneidigen Schwert der Bibel und der Gegenwart Gottes. Am vierten Tag der Reise, fünf Uhr nachmittags, kam ich denn auch glücklich an meinem Bestimmungsort an und nahm im jüdischen Stadtteil Wohnung. Marokko ist eine der drei Hauptstädte des Kaiserreiches, welches denselben Namen führt. Die Entfernung zwischen Mogador und Marokko beträgt 200 englische Meilen. Die Stadt ist groß und treibt viel Handel. Sie ist mit Mauern umgeben und hat acht Thore, welche mit Sonnenuntergang geschlossen und früh am Morgen geöffnet werden. Die Mauern der Stadt sind sehr dick, liegen aber ganz in Trümmern. Ls wird kein Versuch gemacht, sie auszubessern. Man braucht 2hs Stunden, um zu Pferd die Mauern zu umreiten. Wie alle muhammedanischen Städte hat Marokko einen Überfluß an Moscheen und Gebetsstätten. Man sagt, es seien hier J50 Moscheen,