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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 12 (1888) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
12 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Leider haben wir den an uns gelangenden Bitten um hebräische Neue Testamente in der letzten Zeit nicht voll genügen können, weil die Anforderungen unsere Kräfte überstiegen. Man bedenkt zu wenig, daß die hebräische Sprache, obwohl sie in Westeuropa der Majorität der Juden verloren gegangen, für über 4 Millionen Juden lebendige Schriftsprache ist. Was sind unter diese Menge die 60—70 000 hebräischen Neuen Testamente, welche bis jetzt in jüdische Hände gelangt sind? Die Verbreitung selbst ist Mit vielen Schwierigkeiten verknüpft, da grundsätzlich von Leipzig aus keine Neuen Testamente weggegeben werden, ohne sie womöglich mit persönlichem Zeugnis zu begleiten, oder jedenfalls doch eine gewisse Garantie zu haben, daß dieselben wirklich gelesen werden. In der nächsten Woche reisen wieder 2 der 7 Kandidaten der Theolgie, welche in dem von dem Unterzeichneten begründeten und geleiteten Seminar des lustitutum Judaicum für den Judenmissionsberuf ausgebildet sind, nach Galizien und der Bukowina; zum Teil zu Fuß werden sie auch die abgelegenen jüdischen Ortschaften der Karpathengegenden durchwandern, um vielen danach ausschauenden Nikodemusgemütern das Neue Testament zu bringen. Außer der Verbreitung des Hebräischen Neuen Testamentes in Osteuropa, wo ja vier Fünftel der Juden der ganzen Welt wohnen, ist es dem Unterzeichneten gelungen, eine alle anderen Länder, in welchen hebräisch verstehende Juden wohnen, umfassende Organisation zu schaffen, durch welche es 'versucht werden soll und zum Teil schon mit Erfolg versucht worden ist, den dortigen Juden das hebräische Neue Testament zu bringen. In Persien, Kleinasien, Palästina, Nordafrika und Ostindien sind nicht minder wie in den wichtigsten Hafenplätzen Englands und Nordamerikas, durch welche Tausende von auswandernden Juden strömen, zuverlässige Männer gewonnen, welche die Verbreitung des Neuen Testamentes unter den Juden thätig in die Hand nehmen. Diese Zeilen richten an alle diejenigen, welche Professor Delitzsch für wissenschaftliche und religiöse Anregung dankbar sind, die Bitte, sich an dem Jubiläumsfonds des hebräischen Neuen Testamentes durch wenn auch kleine Gaben zu beteiligen. Die Sammlung soll am 15. November geschlossen werden, und wird der Unterzeichnete, so Gott will, Ende dieses Monats eine Broschüre veröffentlichen, in welcher außer Mitteilungen aus der 50 jährigen Geschichte des hebräischen Neuen Testamentes, das Gesamtergebnis der Sammlung und die Liste der Geber, jedoch ohne Angabe des Betrags der einzelnen Gaben, mitgeteilt werden wird. Man wolle die Gaben

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