Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 12 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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An die Freunde und Schüler von Franz Delitzsch. Vor nunmehr 50 Jahren, 1838, veröffentlichte Professor Delitzsch die erste,Probe' einer Übersetzung des Neuen Testamentes aus dem Griechischen ins Hebräische. Nach nahezu 40jähriget, unsäglich mühevoller Arbeit erschien die vollständige Übersetzung im Frühjahr des Jahres 1877, nachdem schon im Jahre 1870 der Römerbrief veröffentlicht war. Es ist bekannt, welch' einen reichen Segen Gott auf diese Arbeit gelegt hat. Wie auf Ettgelsfittigen durcheilte dies hebräische Neue Testament die weite Diaspora das Judentums der osteuropäischen. Länder. Trotz des Fanatismus und trotz des Bannes der orthodoxen Rabbiner fand es Tausende von jüdischen Lesern. Wie Tau auf verschmachtetes Erdreich, wirkte es vielfach auf das jüdische Volk des Ostens, welches noch heute denselben Anblick bietet, wie Israel zur Zeit Christi. In rascher Folge sind in den letzten 10 Jahren 9 Auflagen des Neuen Testamentes erschienen, jede ein Produkt sorgfältigster Neubearbeitung und gründlichster Durchprüfung eines jeden Verses. Gegenwärtig ist nun die zehnte Auflage in Angriff genommen, welche den Text der Übersetzung in abschließender Gestalt bringen wird; schon im nächsten Monat wird der Druck beginnen. Die immer weitere Dimensionen annehmende und steigendem Verlangen entsprechende Verbreitung des hebräischen Neuen Testamentes unter den Juden, namentlich Osteuropas, übersteigt längst die geringen Kräfte des lutherischen Centralvereins für Judenmission, welcher sich dieser Verbreitung besonders angenommen hat. Im Laufe dieses Jahres kamen einzelne Gaben an Herrn Professor Delitzsch mit der Bezeichnung: „Zum 50 jährigen Jubiläum der Übersetzungsarbeit des hebräischen Neuen Testamentes", und Schreiber dieser Zeilen, welcher seit beinahe 10 Jahren die Freude eines unmittelbaren Einblickes sowohl in die Arbeit der Übersetzung als in die Verbreitung derselben genießt, hat bemerkt, wie sehr sich Professor Delitzsch dieser sinnigen Aufmerksamkeit freute. Alle, welche ihn kennen, wissen ja, wie abhold er einer jeden seine Person betreffenden Feier ist, die Förderung aber der Verbreitung des hebräischen Neuen Testamentes ist zugleich so sehr eine Förderung der Arbeit des Reiches Gottes, daß Professor Delitzsch einen in Beziehung darauf sich bethätigenden Jubiläumsgruß sicherlich freudig willkommen heißen wird. Durch die 12 größeren Reisen, welche der Unterzeichnete in den letzten Jahren in Osteuropa unter den Juden gemacht hat, sind zahlreiche Zentralstellen der Verbreitung geschaffen worden.