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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 11 (1888) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
11 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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„Aber ich finde", so fuhr er fort, „daß alles vollkommen wahr ist. Jesus hat mein Herz erfaßt, und ich kann nicht von ihm loskommen". Auch der Gedanke, daß sein Vater mit diesem Schritt nicht zufrieden sein werde, hielt den Jüngling nicht davon ab, sich weiter unterrichten und endlich taufen zu lassen. -— Vor acht Jahren wurde Missionar Wolkenberg mit einem Juden bekannt, der in guten Verhältnissen lebte. Die Verkündigung des Evangeliums schien bei ihm ganz vergeblich zu sein. Oft zeigte er sich als einen zwar höflichen, aber unversönlichen Gegner. Dennoch ging im Lauf der Jahre mit ihm allmählich eine Veränderung vor sich. Er überzeugte sich von der Überlegenheit des Christentums gegenüber dem Judentum. Auch die Dreieinigkeitslehre bot ihm jetzt keine Schwierigkeiten mehr. „Ich weiß", äußerte er sich mit Bezug auf dieselbe, „daß Gottes Geheimnisse von der menschlichen Vernunft nicht entwickelt werden können. Man muß sie erlernen, wie ein Kind von seiner Mutter lernt." Er beklagte es tief, daß er so lange gegen die Wahrheit gekämpft, und pries Gottes Gnade, die ihn endlich aus der Finsternis herausgeführt habe. „Ich glaube jetzt fest an Jesum, als den Erlöser der Welt. Doch, ach, daß ich noch größeren, wirklichen Glauben hätte!" Um von seinen Verwandten ganz unabhängig zu sein, vertauschte dieser Taufkandidat seinen bisherigen Wohnort mit einem andern. — Von einem Berliner Missionar empfing einst ein kurländischer Jude den Traktat „Selbstprüfung." Vier Jahre später reiste er nach England. In Leeds, der ersten englischen Stadt, die er berührte, bot ihm ein Missionar ebendenselben Traktat an, der damals einen guten Eindruck bei ihm hinterlassen hatte. Er sah hierin den Finger Gottes, las fortan fleißig die heilige Schrift und kam zum Glauben an Jesum. Als er vor anderen Israeliten diesen Glauben bekannte, zog ihm das viele Verfolgungen zu. Aber die Leiden bestärkten ihn nur in seiner Überzeugung, die sich während des sechsmonatlichen Taufunterrichts immer mehr ausbildete. — Am ersten Pfingsttage taufte Missionar Flad jun. in Liverpool den Sohn eines polnischen Rabbiners, eines Mannes, welcher auf fteundschaftlichem Fuß mit dem verstorbenen Missionar Becker in Warschau gestanden hatte. Schon vor fünfzehn Jahren war der Sohn davon überzeugt, daß Jesus der Messias sei. Er lebte damals in Berlin und besuchte gerne die Gottesdienste von Professor Cassel. Aber die Freudigkeit, seinen Glauben öffentlich zu bekennen, fehlte ihm noch. Jetzt besitzt er sie offenbar. — Von Missionar Kroenig in Hüll ließ sich ein verheirateter Israelit, der aus einer reichen Familie in Hannover stammt, auf die Taufe vorbereiten. Er war durch die hebräische Inschrift am Missionshause zum Eintritt in dasselbe bewogen worden nnd nahm seitdem regel-

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