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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 11 (1888) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
11 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Jünger Jesu sich dieser Ordnung nicht unterwarfen. — Sehr groß ist die Nachfrage nach christlichen Büchern unter den rumänischen Juden. 913 Neue Testamente und Teile wurden unter ihnen abgesetzt. Der gesamte Erlös aus dem Schristenverkauf betrug hier über 1200 Mark. — Ein gelehrter Jude in Safed, der manchmal mit einem Christen verkehrt hatte, beklagte es auf seinem Sterbebett, daß er mit der christlichen Religion nicht noch mehr bekannt geworden sei. Seine Freunde wurden dadurch bewogen, nach Jerusalem zu schreiben und um Sendung eines Missionars zu bitten. — Wie sich ein Jude vor der sittlichen Hoheit Jesu beugte, erzählt Missionar Schor in Jerusalem. „Ach, wer kann Jesu gleich sein!" rief der Mann aus, als ihn der Missionar daran erinnerte, daß der Herr uns nicht nur verbietet, einen Gegner zu schmähen, sondern, daß er auch für seine Verfolger gebetet hat. Derselbe Missionar bemerkte bei wiederholten Besuchen von Rahels Grab einen Israeliten, der heimlich im Neuen Testament las. Wenn derselbe unbeobachtet zu sein glaubte, holte er das Buch hervor, um einige Verse zu lesen, und dann verbarg er es wieder. Ein angesehener Israelit in Jerusalem erzählte, daß er das Neue Testament auf allen seinen Ausgängen in der Tasche bei sich trage. — Den guten Einfluß der Mission in Marokko erkannte wider Willen ein dortiger Rabbiner an. Seitdem die heilige Schrift dort mehr gelesen wird als früher, nimmt das Ansehen der Gelehrten ab. Man unterwirft sich nicht mehr einfach den Satzungen derselben. „Die Leute gleiten von unfern Fingern wie Fische", klagte jener Rabbiner. 4) Taufbewerber von 1887. Daß ein Saulus zum Paulus wird, erlebt man gottlob in jedem Missionsjahr mehr als einmal. Ein Schüler von Missionar Eppstein in London kam nach mehrwöchentlichem Aufenthalt im „Wanderer-Heim"*) unter bitteren Thränen zu seinem Lehrer und bekannte, er habe nur deshalb um Unterricht gebeten, weil er dessen gewiß gewesen sei, daß es ihm gelingen werde, die Jrrtümer der christlichen Religion zu entdecken. *) Das von Missionar vr. Ewald im Jahre 1853 gegründete Missionsasyl in London, „Th« Wanderers Home“, hat in dieser Zeit etwa 2000 Israeliten für kürzer oder länger als Zufluchtsstätte gedient. Diese Leute, von denen sich etwa die Hälfte bewährt hat, befinden sich jetzt in verschiedenen Lebensstellungen. 162 Juden besuchten die Anstalt seit dem Dezember 1885, wo sie unter die Aussicht des Mssionars Eppstein gestellt wurde. 18 von ihnen empfingen die heilige Taufe. Unter den zuletzt Getauften war der Sohn des Oberrabbiners von Rumänien. Im letzten Jahr bewarben sich mehr als 120 Personen um die Aufnahme. Nur 49 konnte sie gewährt werden. Die Zahl der Teilnehmer an den täglich stattfindenden Bibelstunden beträgt 10 bis 20.

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