Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 11 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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des Rabbiners Lichtenstein über den Herrn Jesum. Da bemerkte jener: „Ein solcher Mann kann so auftreten. Aber die Juden würden mich ausstoßen, wenn ich meine Meinung offenbaren würde." Auch ein reicher Jude, von dem Urbschat berichtet, war im Herzen Christ. Kurz vor seinem Tode betete derselbe: „Herr Jesu, erbarme dich meiner!" Eine Diakonissin fragte ihn: „Glauben Sie denn an den Herrn Jesum?" Er antwortete: „Ohne ihn würde ich sehr unglücklich sein." — Wie jener deutsche Rabbiner ließ sich auch ein italienischer Israelit, mit welchem der Missionsgehilfe Arias zu thun hatte, durch Menschenfurcht von dem Bekenntnis der Wahrheit abhalten. Er hielt es für möglich, daß Jesus der Messias war, erklärte aber, daß er seine Meinung nicht äußern dürfe, da er dann von der Stellung, die er in der Synagoge einnehme, entfernt werden würde. — Ein altes jüdisches Ehepaar in Hamburg hat große Freude an der Bergpredigt. Die greise Hausfrau läßt sich die „schönen Worte" gerne von" ihrem Lebensgefährten vorlesen. Sie wird nie müde, sie zu hören. — Die Eigentümerin eines Ladens, eine Jüdin, kaufte von Missionar Rosenstrauch in Cöln einen Traktat. Da trat ihre Gehilfin, die derselben Religion angehörte, herzu und redete ihr zu, sie solle lieber ein Neues Testament kaufen. Das junge Mädchen sagte: „Ich weiß, daß dies Buch das beste von allen ist." Die Lobrednerin des Neuen Testaments hatte durch dasselbe die Überzeugung von der Wahrheit des Christentums erlangt. — Ein Jude kaufte ,-Die alten Pfade", nachdem er gesehen hatte, was diese berühmte Schrift enthält. „Das ist das, was ich brauche", sagte er. „Ich wünsche die Lehren des Alten und Neuen Testamentes mit denen des Talmuds zu vergleichen." Er stellte dann ernste Fragen in betreff verschiedener christlicher Lehren. Auch auf zwei persische Juden, die Jerusalem besuchten, übte jenes Werk von Dr. M'Caul eine große Anziehungskraft aus. Sie nahmen es gerne mit in ihre Heimat. Ein französischer Jude (in Havre), der das Neue Testament kennt und Jesum als großen Lehrer verehrt, sagte von dem Verfasser desselben Buches: „Er wußte, was er schrieb, und beherrschte angenscheinlich den Gegenstand, den er behandelte." — Dem für Württemberg und Baden angestellten Missionar Flad sen. bot eine Jüdin in A. eine große deutsche Bibel mit Bildern und Erklärungen zum Verkauf an. Als Flad eine Anzahl Stellen im Alten und Neuen Testament aufschlug und besprach, notierte ihr Mann dieselben, wahrscheinlich um sie wieder zu lesen oder andern zu zeigen. „In dieser alten Bibel ist ein Schatz verborgen. Wenn Sie ihn auffuchen, werden Sie der reichste Mann am Ort werden." Mit diesen Worten verabschiedete sich der Missionar, den das Ehepaar um Wiederholung