Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 11 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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erkundigten sich zahlreiche Israeliten aus allen Klassen der Gesellschaft nach seinem Befinden, Manche verließen ihr Geschäft und saßen stundenlang an seinem Bett. Einst fragte ihn ein solcher Besucher:! „Glauben Sie auch jetzt in Ihrer Krankheit noch an eine andere Welt und an alles, was Sie mir früher sagten?" Kroenig zeigte dem Mann die biblischen Grundlagen der christlichen Hoffnung und nötigte ihn nach einer zweistündigen ernsten Unterredung zu dem Bekenntnis: „Dies ist mir klarer als alles, was ich sonst über die .• zukünftige Welt gehört habe." — In Hamburg hat Missionar Bachert j Zutritt zu vielen jüdischen Kaufmannsfamilien, Man läßt sich auch z durch den Bann, der in der Synagoge über ihn verhängt wurde, nicht f irre machen. Mancher erwidert die Besuche des christlichen Hausfreundes. — In Rom giebt es Israeliten, die mit der Niederreißung f des Ghettos nicht zufrieden sind. Einer bedauerte dieselbe aus dem 1 Grunde, weil es ihm jetzt nicht mehr so leicht sei wie früher, den Mifsionsgehilfen Arias predigen zu hören. — Ein strenggläubiger 'i Rabbiner in Jerusalem ersuchte den dortigen Missionsarzt um seinen 1 Besuch. Er gestand, daß ihn dazu die Freundlichkeit veranlaßt habe, die von seiten des Missionsspitals den Juden erwiesen werde. Eine kranke spanische Jüdin daselbst, die Witwe eines großen | Gelehrten, rühmte dem Missionsarzt nach, daß er ihr, immer die ' Wahrheit gesagt und herzliches Mitleid mit ihr gehabt habe. Sie - entschlief mit Worten des Dankes für die ihr erwiesene Liebe. Ebenso dankbar äußerte sich die Mutter einer jungen Jüdin, die im Hospital Aufnahme gefunden hatte und dort gestorben war. —; Ein Jude in Mogador kam in das dortige Missionshaus, um mit dem Missionar Händel anzufangen. Da hörte er, wie dieser einigen | anwesenden Israeliten Jesaia 40 vorlas und erklärte. Was er j hörte, entwaffnete ihn. Er ging wieder fort, indem er sich sagte: „Unmöglich kann ein Christ, welcher dies Kapitel mit so viel Ehrerbietung liest, ein Feind Israels sein." Seither liebt er den christlichen Prediger, wie er selber ihm bezeugte, wie einen Bruder. 3) Empfänglichkeit für die christliche Wahrheit. Ein jüdischer Auswanderer erhielt in Liverpool ein Neues Testament. < Während der Fahrt nach Amerika las er in demselben. Als er an die Erzählung vom barmherzigen Samariter kam, rief er aus: „Ist dies das Christentum, welches unser Volk Abgötterei nennt? Eine solche Erzählung kann sicherlich in der ganzen jüdischen Litteratur nicht gefunden werden." Der erste Lichtstrahl war eingedrungen. Fortan brachte er die ganze Zeit mit jenem wundervollen Buch zu. Er versuchte auch seine Mitreisenden mit dessen Lehren bekannt zu machen, erntete aber dabei nur Haß. — Missionar Urbschat aus Danzig erzählte dem Rabbiner einer kleinen Stadt von den Zeugnissen