Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 11 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ditrre Grrreth oder Stiminen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begründer: I. C. Hartmann. Herausgeber: W. Becker. Nr. 11. 1888. 44. Jahrgang. Inhalt: Aus dem 80. Jahresbericht der Londoner Judenmissions- Gesellschaft. — Bücherbericht. — Empfangsbescheinigung. Aus dem 80. Jahresbericht der Londoner Iudenmisfions- Gesellschaft. 1) Zerfall des Judentums. „In früher Kindheit", so erzählte ein junger Israelit, „verlor ich meine die Wahrheit liebenden Eltern und wurde der Gnade meiner Verwandten überlassen. Die letzteren sandten mich in jüdische Schulen, wo ich es recht weit brachte. Wie oft sann ich über die Propheten nach und wünschte, daß Gott auch mit mir in unmittelbarem Verkehr stehen Möchte! Was meine Lehrer mir sagten, nahm ich, ohne zu zweifeln, als heilige Wahrheit an. Als meine Angehörigen mich mißhandelten und mir das Leben unerträglich wurde, dachte ich an Selbstmord. Man sagte uns, wenn ein Satz der vorgeschriebenen Gebete ausgelassen werde, so sei sofortiger Tod di? Folge. Ich ließ ganze Abschnitte aus, aber der ersehnte Tod kam nicht. Doch blieb ich noch im Glauben. Weiter hieß es, wenn jemand bei der Begleitung einer Leiche zufällig hinter sich sehe, so müsse er sofort sterben. Ich stellte diesen Versuch an und bekam dafür eine ordentliche Tracht Prügel, fuhr aberzu meinem großen Mißfallen fort, zu leben. Trotzdem verlor ich auch jetzt noch nicht den Glauben. Man sagte uns ferner, der Tod trete ein, wenn man das in einem Sterbehaus befindliche Wasser trinke, in welchem angeblich der Todesengel sein Schwert reinigt. Ich that's und bekam wieder Prügel. Die fehlgeschlagenen Versuche erschütterten nun doch meinen Glauben, und ich behielt nichts übrig." Der junge Mann zeigt den doppelten Zerfall der alttestamentlichen Religion. Dem Aberglauben der Orthodoxen steht der Unglaube der Reformer gegenüber. 2) Freundschaftlicher Verkehr mit Missionaren. Während Missionar Kroenig in Hüll eine schwere Krankheit durchmachte.