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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 9 (1888) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
9 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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vorzügliches gerühmt. Frische Westwinde und kalte Nächte mit starkem Tau mäßigen die Hitze. Fieber kommt nur in der Batiha und am Jordan vor. Auch im Süden sind Schnee und Eis nicht unbekannt. Die Bewohner des Dscholan zerfallen in umherschweifende und seßhafte, in Beduinen und Fellachen. Die ersteren finden sich im nördlichen und mittleren, die andern im südlichen Landesteil. Man zählt 13 Beduinenstämme. Außerdem erscheinen 29 andere Stämme während des Frühjahrs in den Weidetriften, um im Sommer weiter zu ziehen. Die Frauen eines jener 13 Stämme weben Teppiche aus buntgefärbten Ziegenhaaren. Unter den Beduinen besteht noch das Gesetz der Blutrache. Sie wohnen in Zelten, nur während der kalten Jahreszeit in Hütten, welche sie in Ruinen einrichten. Die Fellachen im südlichen Teil bewohnen große Dörfer. Sie pflanzen Getreide, Gemüse und Wassermelonen an, beschäftigen sich aber hauptsächlich mit Rinderzucht. Ihr Bildungsstand ist sehr niedrig, noch niedriger, als derjenige der Bewohner Palästinas. Infolge ihrer Trägheit liegt viel gutes Land brach und sind ihre Wohnungen von sehr dürftiger Beschaffenheit. Außer den Beduinen und Fellachen kommen noch andere Völkerstämme im Dscholan vor: Turkmenen, die sich seit 100 Jahren hier angesiedelt haben, Drusen, Noseirier, Zigeuner und seit 1878 russische Tscherkessen. Die letzteren besitzen jetzt 12 blühende Dörfer bei El Kanetra, dem Sitz der Landesregierung. In jedem ihrer Dörfer erhebt sich eine Moschee. Das Äußere der Leute ist nicht Vertrauen erweckend. Die Gesamtbevölkerung wird auf 30,000 Seelen geschätzt^ von welchen etwa 6000 auf die nur in der Weidezeit sich hier aufhaltenden Stämme entfallen. Allerlei Mifstonsnachrichten. Im Dezember v. I. hielt Missionsprediger Schrenk, ein geborener Schweizer, zu Zwesten, Regierungsbezirk Kassel, vielbesuchte Gottesdienste. Auch unter den zahlreichen Israeliten des Ortes offenbarte sich, wie die „Ref. K. Ztg." schreibt, in den zwei Wochen, die er dort zubrachte, ein Zug zum Evangelium. Schrenk behandelt die Juden in seinen Predigten mit viel Liebe und Rücksicht. „Jener Zug würde weitere Folgen haben, wenn die Furcht vor dem Bann der Glaubensgenossen, die Scheu vor den Oberen und vor dem Bruch mit der ganzen Vergangenheit nicht ein zu starkes Gegengewicht bildeten." — Der Verein der „Freunde Israels" zu Straßburg i. E. hatte im Jahre 1887 eine Einnahme von 821 Mark. Von dieser Summe wurden 577 Mark zur Unterstützung von 20 Proselyten, darunter 2 Taufbewerbern, und zur Anschaffung von Traktaten verwandt. Seit dem Jahre 1835, in welchem der Verein gegründet wurde, begehrten 70 Israeliten Aufnahme in die evangelische

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