Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 9 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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69 Manafse bewohnten Gebiet. Auch in den Evangelien des Neuen Testamentes wird dieser Landstrich erwähnt. Der Heiland zog sich manchmal hierher zurück, wenn der Zudrang des Volkes in Galiläa ihm zu groß wurde. Hier lag auch jenes Bethanien (Bethabara), wo Johannes taufte (Joh. 1, 28). Matth. 19, 1 heißt dieser Landstrich: „das jüdische Land jenseits des Jordans", wie schon im Buch Josua (19, 34) von einem „Juda am Jordan", an welches der Stamm Naphthali im Osten grenzt, die Rede ist. Nach Raumer wurde das Land östlich und nördlich vom galiläischen Meer Juda genannt, weil Jair, dem dasselbe zufiel, nur mütterlicherseits von Manasse, väterlicherseits aber von Juda abstammte. Die Römer nannten diese Landschaft Gaulanitis. Jetzt bildet fie unter dem oben angeführten Namen einen Regierungskreis des Sandschak Hauran in der türkischen Provinz Syrien. Zur Zeit Christi und noch später stand der Dscholan in hoher Blüte. Die noch vorhandenem Ruinen beweisen, daß das jüdische Volkstum sich auch unter der römischen Herrschaft behauptete. Schon in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung drang hier das Christentum ein. Dem Untergang Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. entzogen sich die dortigen Christen durch die Flucht nach Pella, einer Stadt im Dscholan. Große Umwälzungen brachte der Einbruch der Perser unter Chosroes (616) und die Niederlage der Christen am Jarmuk (634). Mit ganz Syrien kam jetzt der Dscholan an die Araber und unter das muhammedanische Szepter. Die Kreuzfahrer gewannen ihn für kurze Zeit zurück. Seit 1518, wo Sultan Salim I. Syrien eroberte, wird er von den Türken beherrscht. Der nördliche und mittlere Teil der Hochebene, die sich 500 Meter über dem Jordanthal erhebt, ist ein rauhes, mit Lavamassen und anderem Geröll bedecktes Land. Die hier befindlichen Vulkane sind längst erloschen. Im Winter und Frühling verbirgt ein üppiger Graswuchs die Steine und Trümmer und bietet den Herden der Beduinen Nahrung. Selbst im Hochsommer sieht man grüne Oasen in der Nähe einzelner nie versiegender Quellen. Die Erde ist fruchtbar und gestattet den Anbau von verschiedenen Getreidearten und Hülsenfrüchten. Auf der Batiha, der Nordebene des Huleh- oder Meromseees, kommen Eichen vor. Im Norden und in der Mitte erheben sich mächtige Kraterberge, von denen der höchste, Tell Abu En Neda genannt, bis zu 1300 Metern ansteigt. Sehr ergiebig ist der Boden des südlichen Dscholan. Hier gedeihen Weizen, Gerste, Mais und Sesam. Der Baumwuchs ist gering. Manchmal bemerkt man eine abergläubisch verehrte, mit bunten Lappen behängte Terebinthe. Das Klima wird als ein