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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 9 (1888) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
9 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Kirche. Neuerdings erweckt eine junge Judenchristin besonders freudige Hoffnungen. Sie ist in ihre Heimat zurückgekehrt und sucht dort ihren Vater und ihre Umgebung zu dem Messias Israels zu führen. Der von der Londoner Gesellschaft für das Elsaß angestellte Missionar Pick berührte im letzten Jahre auf seinen Reisen 40 Städte und Dörfer mit jüdischer Bevölkerung. Er verteilte Missionsschriften an Christen und Israeliten und hielt sowohl im Bereinshause zu Straßburg als in verschiedenen Gemeinden des Landes Missionsgottesdienste ab. — Am 10. März dieses Jahres besuchte ein junger Israelit den Missionar Adler in Amsterdam. Der junge Mann, der aus derselben Stadt stammt, und dessen Eltern daselbst wohnen, wünschte zu erfahren, welche Schritte er thun müsse, um ein Christ zu werden. Er hatte in früheren Jahren an schwachen Augen gelitten und war in eine unter christlicher Leitung stehende Blindenanstalt gebracht worden. Hier hatte er die heilige Schrift kennen gelernt und einen Traktat der Londoner Gesellschaft (Lehre und Erklärung von Jesaia 53) mit großem Nutzen gelesen. Er wußte jetzt, daß leine Seele eines Sühnopfers bedürfe. Um nun dies Bedürfnis zu befriedigen, suchte er den Missionar auf, dessen Adresse er in jenem Traktat gefunden hatte. Er war sehr glücklich, als ihm ein regelmäßiger Unterricht versprochen wurde. Am festgesetzten Tage erschien er in Begleitung eines vollständig blinden jüdischen Mädchens, welches ebenso wie er in jener Anstalt eine passende Beschäftigung erlernt hatte. Beiden jungen Leuten durfte fortan der Missionar christlichen Unterricht erteilen und Nachweisen, wie das Alte Testament die Hoffnung auf den Messias und das Neue die Erfüllung dieser Hoffnung enthält. Die junge Jüdin, welche die Bibel in der Blindenschrift lesen konnte, zeigte ein noch tieferes Verständnis als der. Jüngling. Nach mehr als einem Monat erfuhren die Angehörigen der beiden, daß sie Christen werden wollten. Als Drohungen nichts fruchteten, überfiel der Vater des blinden Mädchens, dem andere Juden dabei halfen, das arme Geschöpf auf dem Wege in die Blindenanstalt und mißhandelte es. Nur das Dazwischentreten der Polizei befreite die Blinde von diesen Angriffen. Ob es den Juden gelingen wird, die jungen Leutenicht nur von der Anstalt, sondern auch von dem Unterricht im Hause des Missionars zurückzuhalten und ihr Verlangen nach Erkenntnis zu ersticken, ist gottlob sehr zweifelhaft. — Aus dem Kreise von Freunden Israels, den Pastor Krüger in Gaubert (Frankreich) gesammelt, und der zuerst gesucht hatte, sich mit der Pariser Missionsgesellschaft zu verbinden, ist ein selbständiger Verein für die Evangelisation Israels erwachsen. Am 14. Februar d. I. erließ dieser neue Verein einen Aufruf an die Prediger und Mitglieder der verschiedenen evangelischen Kirchen Frankreichs, der sehr beachtenswert ist. Mit Recht wird hier die Arbeit der Liebe an Israel die Ergänzung und Krönung der Heidenmission und die Bedingung zur Begründung des irdischen Gottesreiches (der Endzeit) genannt und dafür Ap.-Gesch. 3,19 ff. und Röm. 11,15 angeführt. Wer im Worte Gottes die Regel für seinen Glauben und sein Leben erkennt, muß Judenmission treiben. Man sehe auf das Beispiel'Pauli! Obwohl er zum Heidenapostel berufen war und wußte, daß ganz Israel sich erst nach dem Eingang der Heidenfülle beckehren wird, hat er sich den Juden nicht entzogen. Die Gewinnung einzelner sah er als eine Verherrlichung seines Amtes an (Röm. 11, 13). Eine solche Gewinnung ist nach Offbg. 3, 9 eine Belohnung der christlichen Treue. Erweckungszeiten richten immer die Blicke auf die Juden. So ist schon früher ein französischer Missionsverein in Toulouse entstanden. Sein Werk wird von dem neu gegründeten Verein wieder ausgenommen. Wie in allen protestantischen Ländern, muß auch im evangelischen Frank-

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