Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 9 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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und den einen derselben, unter Worten der Anerkennung für den schönen Gesang, herzend. Als er seinen Pastor erblickte, trat er auf diesen zu und sagte feuchten Auges, daß der innige Kindergesang ihn und die Kronprinzessin stets erbaut habe; aber so wie heute hätten die Kinder noch nie gesungen, und deshalb hätte er nochmals umkehren und den Kindern danken müssen. Die beiden letzten Lieder: „Ich bete an die Macht der Liebe" und „Der beste Freund ist in dem Himmel, auf Erden sind die Freunde rar" hätten ihn tief ergriffen. Das letztere, welches er seit jener Zeit, wo er in Schlesien als Regimentskommandeur gestanden, nicht mehr gehört habe, sei ein Lieblingslied von ihm. Freundlich grüßend entließ der hohe Herr dann die zurückgebliebenen Kinder, um der Kronprinzessin und den übrigen Herrschaften nach dem Herrenhause zu folgen. — Endlich sei hier noch angeführt, was von der Abschaffung eines in den Hofkirchen üblichen Brauches durch den entschlafenen Fürsten berichtet wird. Während sich nämlich sonst in diesen Kirchen der Geistliche beim Betreten der Kanzel vor den anwesenden Mitgliedern der königlichen Familie grüßend verneigt, duldete Friedrich niemals an heiliger Stätte eine solche Berücksichtigung seiner Person. Jeder Prediger, der die Kanzeln von Bornstedt oder Eiche betrat, mußte ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht werden. Auf eine bezügliche Anfrage hatte der hohe Herr seinem Dorfpastor einst geantwortet: „Was ich Ihnen schon in Berchtesgaden gesagt, das gilt auch hier. Ich liebe es nicht, daß man im Angesichte des Altars meine Person besonders berücksichtigt. Wie auch Rang und Stand nach Gottes Ordnung draußen im Leben uns Menschen unter einander trennen mögen, hier in der Kirche sind wir alle gleich, alle gleich arme Sünder, und alle gleichberechtigte Gotteskinder." Der Dscholan. Durch einen Deutschen, G. Schumacher, ist dieser Teil des heiligen Landes, welcher bisher wenig bekannt war, neuerdings gründlich erforscht worden. In der „Zeitschrift des deutschen Palästinavereins" (Bd. 9, Heft 3 u. 4) und in den „Neuesten Nachrichten aus dem Morgenland" (1888, S. 37 ff.) werden die Ergebnisse seiner Untersuchungen mitgeteilt. Die wichtigsten derselben bieten wir im folgenden unfern Lesern dar. Mit dem Namen „Dscholan" bezeichnet man einen etwa 25 Quadratmeilen großen Teil der Hochfläche Hauran. Der Name soll von Golan (— Auswanderung) Herkommen. So hieß nach 5. Mose 4, 43 eine Freistadt in diesem von dem halben Stamm