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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 9 (1888) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
9 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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stattfand. Seiner liebevollen Fürsorge verdankte ein jüdischer Schneider, der mit seiner Familie aus Berlin ausgewiesen war, die freie Fahrt nach Amsterdam und eine Summe Geldes für die Reise, sowie eine neue Erwerbsquelle in der holländischen Stadt. Auf Veranlassung des Kronprinzen verschaffte der dortige Generalkonsul dem Handwerker einen Platz, auf dem er keinen Mangel zu leiden brauchte. Bei seinem Aufenthalt in Metz im September 1886 wünschte der hohe Herr auch die Synagoge zu besichtigen, obwohl in dem ihm vorgelegten Programm nur der Besuch einer evangelischen und einer katholischen Kirche vorgesehen war. Natürlich machte er den Juden von Metz damit eine große Freude. Gleich nach seiner Thronbesteigung, in einem an den Fürsten Bismarck gerichteten Erlaß vom 12. März d. I., sprach sich der neue Herrscher über seine Stellung zu den verschiedenen Religionsbekenntnissen aus. „Ich will, daß der seit Jahrhunderten in meinem Hause heilig gehaltene Grundsatz religiöser Duldung auch ferner allen meinen Unterthanen, welcher Religionsgemeinschaft und welchem Bekenntnis sie auch angehören, zum Schutze gereiche. Ein jeglicher unter ihnen steht meinem Herzen gleich nahe, — haben doch alle gleichmäßig in den Tagen der Gefahr ihre volle Hingebung bewährt." Daß der Kaiser, der hiermit auch der jüdischen Religion volle Duldung zusicherte, trotzdem ihre Mängel wohl erkannte und die Aufhebung eben dieser Mängel durch die Annahme der christlichen Lehren wünschte, ersehen wir aus seinem Beitritt zu der Londoner Judenmissionsgesellschaft. Offenbar beselte ihn dieselbe Überzeugung, die sein Vater einst dieser Gesellschaft gegenüber geäußert hatte. Zur Ergänzung des Artikels am Anfang von Nr. 5 möge hier das betreffende Schreiben Wilhelms I. folgen. Es ist der Brief, welchen dieser Fürst im Jahre 1861 an den damaligen Vorsitzenden des Vereins, den Lord Shaftesbury, richtete, und mit welchem er eine durch seine Thronbesteigung veranlaßte Zuschrift des Vorstandes beantwortete. Er lautet: „Ich habe mit Vergnügen und Bewegung erfahren, daß die Gesellschaft zur Ausbreitung des Christentums unter den Juden die Grundsätze dankbar anerkennt, welche, sowohl mein in Gott ruhender Bruder als mein Vater zur Geltung - brachten, und welche beide Fürsten bewogen, jede Bemühung zur Förderung des wahren Christentums eifrig zu unterstützen. Wie meine erlauchten Vorgänger schenke auch ich den Bemühungen der Gesellschaft, das Wort Gottes unter den Kindern Israel bekannt zu machen, meine völlige und herzliche Zustimmung und sichere ihr (der Gesellschaft) für die Zukunft gerne den Schutz und die Gunst zu, deren sie sich bisher erfreut hat. Ich statte Ihnen für die bei meiner Thronbesteigung mir dargebrachten guten Wünsche

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