Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 9 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wirre Erriech oder Stimmen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begründer: I. C. Hartmann. Herausgeber: W. Becker. Nr. 9. 1888. 44. Jahrgang. Inhalt: Zur Erinnerung an Kaiser Friedrich III. — Der Dscholan. — Allerlei Missionsnachrichten. — Bücherbericht. Jur Erinnerung an Kaiser Friedrich III. Wie in Nr. 7 dieses Blattes bereits erwähnt wurde, trat der Nachfolger Wilhelms I. auch in der Teilnahme an der Judenmission in des letzteren Fußtapfen. Als der Vorstand der Londoner Gesellschaft dem neuen Kaiser ein Beileidsschreiben zugesandt hatte, ließ er den Empfang bestätigen und seine Bereitwilligkeit zur Zahlung des gleichen Jahresbeitrages erklären, den sein Vater 26 Jahre lang gewährt hatte. Nun weilt auch schon Kaiser Friedrich nicht mehr unter uns. Nur um 3 Monate hat er seinen Vater überlebt. Der am 15. Juni erfolgte Tod beendete eine überaus schwere Krankheit. Bewundernswert und vorbildlich war die Geduld, mit welcher Friedrich III. sein Leiden ertrug. Schon im Jahre 1855 rühmte Prinz Albert, der Gemahl der Königin Viktoria, die Geradheit, Offenheit, Vorurteilslosigkeit und wohlwollende Gesinnung des Erben der preußischen Krone. Diese Eigenschaften hat Friedrich auch den Israeliten gegenüber oftmals bewiesen. Als er 1869 zur Eröffnung des Suezkanals Egypten besucht hatte, reiste er von dort nach Jerusalem. Die ersten, die ihn in der heiligen Stadt begrüßen durften, waren der Oberrabbiner und andere angesehene Juden. Freundlich gab der Prinz allen die Hand. Auch bei der Audienz, die er später einer Anzahl Israeliten in Jerusalem bewilligte, zeigte er sich äußerst huldvoll. Daß er eine Verschärfung des zwischen Christen und Juden bestehenden Gegensatzes durch liebloses Verhalten der ersteren gegen die letzteren mißbilligte, gab er seit 1879 bei verschiedenen Gelegenheiten zu erkennen, z. B. durch den Besuch eines Wohlthätigkeitskonzertes, welches in der großen Synagoge zu Berlin