Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 8 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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62 in seinem inneren Leben, die ihn bewog, die Armee zu verlassen. Er siedelte jetzt nach Cambridge über, um dort Theologie zu studiren. Schon am 6. Juni 1841 konnte er die Weihe zum Diakonus erhalten und sein erstes geistliches Amt antreten. Im Juli 1845 vertauschte er diese Stellung mit derjenigen eines Jndenmissionars. Sein neuer Beruf führte ihn in die Hauptstadt Preußens. Hier erlebte er 1848 den Ausbruch der Revolution und geriet dabei selbst in Lebensgefahr, indem eine Frau ganz in seiner Nähe erschossen wurde. Dann hielt er sich einige Zeit in Schottland auf, zur Freude seiner Mutter, die für die Mission überhaupt und besonders für die Londoner Judenmission herzliche Teilnahme empfand. Bei den Maiversammlungen von 1848 sprach er in Exeter-Hall. Hierauf brachte er den Winter in Triest zu und war dann in Wien zur Zeit der dortigen Revolution. Während des folgenden Sommers vertrat er den englischen Kaplan in Nizza. 1850 übernahm er die Kaplanstelle in Triest. 1853 finden wir ihn wieder in England. Im Mai wurde er zum Sekretär der Londoner Gesellschaft ernannt. Doch sah er sich schon im darauffolgenden Monat veranlaßt, die Pfarrstelle in Norton Cuckney zu übernehmen, welche er nun mit großer Treue 34 Jahre lang verwaltet hat. In einer Missionsangelegenheit reiste er 1863 nach Amerika. Auch diesmal erfuhr er eine göttliche Bewahrung. Das Schiff, welches er ursprünglich besteigen wollte, ging unterwegs zu Grunde. Ein Freund hatte ihn dringend ersucht, die Reise mit einem anderen anzutreten.. Es gelang ihm, in Canada einen Zweigverein der Londoner Judenmissionsgesellschaft zu begründen. 1864 reiste er zur Kräftigung seiner angegriffenen Gesundheit nach Kairo, konnte aber doch nicht umhin, auch hier daS Predigtamt zu verwalten. Während der Cholerazeit half er den Christen, Muhammedanern und Juden mit Wort und That. Morgens pflegte er die Kranken zu besuchen, nachmittags die Beerdigung der Toten zu besorgen. Manche Leidende wurden durch ihn geheilt, auch spendete er den Hungrigen Nahrung. 1866 reiste er in seine englische Pfarrei zurück. Überaus schmerzlich war für ihn der Verlust seiner vortrefflichen Gattin, die im Jahr 1879 nach 42jähriger glücklicher Ehe abgerufen wurde. 1885 verheiratete sich Wright noch einmal. Wie eine in seinem Hause wohnende Nichte sorgte auch seine zweite Gattin liebevoll für den Greis. Daß sein Heimgang 2 Jahre später erfolgte, haben wir oben gehört. Er liegt im Schatten des Gotteshauses begraben, in welchem er so viele Jahre hindurch das Evangelium verkündigen durfte. Wie sehr er in der heiligen Schrift lebte, zeigte der Umstand, daß er stets ein Neues Testament bei sich führte. Er war aber auch ein