Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 8 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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59 Ich habe ihnen ganz öffentlich gesagt, daß der Messias schon gekommen sei. Sie hätten schon lange nach mir Steine geworfen, aber sie fürchten sich vor dem Doktor. Das erstemal, als ich sprach, waren sechs polnische Juden dabei. Ich redete Über Jeremia 1, 5—11; 18, 7—11 und 26, 1—20. Micha, 4, 1—8, Hauptsächlich behandelte ich Jer. 18, 7—11. Die Ansprache dauerte 45 Minuten. Gelobt sei der HErr Jesus, der Messias, daß er mich nicht hat zu Schanden werden lassen, sondern er hat sein heiliges Wort mir in meinen Mnnd gegeben und Mir Gedanken eingegeben, die gut zusammenpaßten! Es war eine wichtige Stelle zu erklären. Der Prophet sagt im Namen Gottes: „Und plötzlich rede ich von einem Volk und Königreich, daß ich es bauen und pflanzen wolle. So es aber Böses thut vor meinen Augen, daß es meiner Stimme nicht gehorcht, so soll mich auch reuen das Gute, das ich ihm verheißen hatte, zu thun! Da habe ich die richtige Erklärung aus meinem Herzen geben können, die von dem Kommen des Messias handelte. Einer von den Zuhörern ist nach hause gegangen und hat die Stelle nachgelesen. Nach ein paar Tagen kam er zu mir und sagte mir: „Ich habe das alles, was Sie gesprochen haben, nachgelesen. Ich habe gefunden, daß Sie recht gesprochen haben." Aber der gute Mann kann doch nicht glauben, daß der Messias schon gekommen ist und daß Jesus von Nazareth der Messias sein soll.. . Ich möchte Ihnen wünschen, daß Sie in das heilige Land kommen. Da werden Sie sehen, wie der Zorn Gottes noch heutzutage auf dem Lande und auf den Menschenkindern ruht. Man braucht das Alte Testament nicht aufzuschlagen, sondern man kann das buchstäblich von der Mauer der Stadt und von den traurigen Gesichtern der Menschen lesen. Aber die Menschen sind noch nicht müde und wollen noch nicht untersuchen, warum sie so lange gestraft werden und voü Gott verlassen sind... Der HErr gebe Ihnen seinen Segen zum neuen Jahr! _____ P. G. Der Herliner Iernfalemsverem hatte im Jahre 1887 eine um etwa 2000 Mark höhere Einnahme als 1886, da sich jetzt auch außerpreußische Landeskirchen, besonders die des Königreichs Sachsen, an der Sache beteiligen. Über die in den Ländern des Ostens herrschende Not, die der Jerusalemsverein zu lindern sucht, äußerte sich Generalsuperintendent vr. Trautvetter beim letzten Jahresfest folgendermaßen: „Noch immer ist eine wunderbare Schönheit über jene Länder ausgegossen. Nicht nur der Maler, welcher einmal seine Kunst