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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 8 (1888) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
8 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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fuhr mit Juden zusammen, welche im heiligen Lande geboren sind, Auf deck Wege fragte ich einen von ihnen: „Ist. das das gelobte Land?" „Ja", antwortete er mir, „das ist das heilige Land. Aber es ist von Gott verschollen." „Warum", fragte ich, „ist der Zorn des HErrn so' groß und währt schon so viele Jahre, ohne , daß eine Hilfe kommt?" Da antwortete mir ein anderer: „Lieber Freund, wir dürfen nicht fragen, warum? Gott ist gerecht, und nckS er thut, ist alles gut." „Ja", sprach ich, „lieber Freund, Sie sagen sehr recht, daß, was Gott der HErr thut, gewiß gut ist. Aber, mein lieber Freund, wenn Sie sagen, daß man nicht fragest darf, warum? so haben Sie damit nicht recht. Denn so längs, die Juden nicht fragen, warum sie so lange gestraft werden, und ihre Sünden nicht bekennen, so lange werden sie keine Hilfe haben." Meine Begleiter waren sehr böse auf mich, daß ich so gesprWn hatte. Aber der HErr war mit mir. Sie haben mir nichts Böses gethan. Am 18. November kam ich in Liberias an. Der Herr vr. T. nahm mich sehr freundlich auf. Er-hat hier sehr viel Arbeit. In der Stadt giebt es eine Menge Kranke, daß er den ganzen Tag unter Kranken arbeiten muß... . Der Thee 'hat Air gut geschmeckt, und die Decke hat mir auf der Reise bei deck unfreundlichen Wetter gute Dienste gethan. Ich grüße Sie alle von Herzen im Namen Jesu Christi, unseres HErrn. P. G. II. Liberias, den 1?. Dezember 1887. Ich wünsche Ihne« und Ihrer Familie gesunde Feiertage im Namen Jesu, des Messias. Ich möchte Ihnen von meineck jetzigen Leben in Liberias ein wenig Mitteilen. Als ich nach Liberias kam, war es noch sehr warm, daß ich die Wärme nicht ertragen konnte. Ich bekam Fieber und fühlte mich nicht wähl, bis ich mich an das Klima ein wenig gewöhnt hatte. Jetzt geht es mir, Gott sei Dank, besser. Es ist gewiß gut, daß ich den Winter hier sein kann.' Wenn der HErr will, kann er wich ganz gesund machen. Ich bitte ihn täglich: „HErr, drin Wille geschehe!" Ich danke dem HErrn für die vielen Gnadenbeweiss» die er ohne mein Verdienst mir geschenkt hat... . Tiberiäs ist eiste schmutzige Stadt und sehr arm. Es herrscht viel Krankheit unter Juden, Muhammedanern und Katholiken. Alle Tage kommen 40—50 Kranke um 9 Uhr früh in unser Haus, und der Herr Dr. T. liest den Leuten aus der heiligen Schrift vor und erklärt ihnen Gottes Wort in der arabischen Sprache. Hierauf beginnt die Arbeit an den Kranken. Der Herr Doktor wünschte von mir, daß ich mit den Juden sprechen möchte, und ich habe das schon ein paarmal gethan, indem ich ihnen manche Stellen aus dem Thenach (dem Alten Testament) erkürte.

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