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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 7 (1888) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
7 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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alles noch dunkel. In den Thälern liegen noch Nebel. Das ist ein Bild der gegenwärtigen Missionsthätigkeit. Wenn der Jude Christum angenommen hat, wird er zur Erleuchtung der Welt helfen, und dann wird es nicht bei einzelnen Lichtpunkten bleiben. Vor vielen Jahren besuchte ein anglikanischer Prediger den Klageplatz in Jerusalem. Nachdem er eine Zeit lang die Äußerung des Schmerzes beobachtet hatte, sagte er auf hebräisch: „Der HErr wird sein Volk wieder sammeln und die Mauern Jerusalems wieder bauen." Die kleine Trauergemeinde blickte auf ihn und versammelte sich um ihn, erstaunt darüber, daß er kein Jude war. Es entspann sich eine längere Unterredung. Die Juden wiesen u. a. auf die vielen Spaltungen innerhalb der Kirche hin. Da meinte der Fremde: „Dieser Borwurf und der, daß das Christentum langsam voranschreite, fällt auf Euch Juden zurück. Wenn das Herz krank ist, ist der ganze Leib in Unordnung. Ihr seid nach Gottes Willen das Herz der Welt. Bis Ihr zurechtkommt, kann die Welt nicht besser werden." Die Judenmission will helfen, daß sich ein Strom christlicher Israeliten bildet und anschwillt, welcher die wunderbare Vergangenheit Israels mit der noch wunderbareren Zukunst verbinden wird. Wir sammeln den Rest gemäß der Gnadenwahl, damit endlich die Zeit der Erquickung von dem Angesichte des HErry komme und die Erkenntnis Gottes in Christo unsere Welt bedecke, wie die Wasser die See bedecken. Nach der Annahme dieses Antrages wurde von Prediger Lillingston der zweite gestellt, welcher besonders eine Verstärkung der Mission in Palästina und die Begründung einer Mission in Arabien befürwortete. Der Redner taufte im letzten Jahre zwei Jüdinnen, die durch den christlichen Wandel einiger Damen, in deren Häusern sie als Musik- und Sprachlehrerinnen wirkten, zum HErrn gebracht worden waren. In solcher Weise wie jene Damen könnten gewiß sehr viele Mssion treiben. Lillingston sieht in jedem Juden von Rothschild herab bis zu dem ärmsten Kleiderhändler einen schlagenden Beweis für die Wahrheit der Bibel. Wer wirklich Gottes Wort liebt, kann die Juden nicht verachten. Bekehrte Juden sind höchst geeignete Missionare. Im Osten ging einst die Sonne der Gerechtigkeit auf, dann kam sie nach dem Westen und so haben wir sie jetzt bei uns. Manchmal schien es, als wenn der Rationalismus, der Ritualismus und andere abergläubische Dinge ihren Untergang im Westen herbeiführten. Da erhebe man die Herzen zu Gott und schaue hinaus auf den zweiten Sonnenaufgang im Osten. Prediger Harden, Sekretär des irischen Hilfsvereins, unterstützte den zweiten Antrag. Er forderte dazu auf, eifrig neue Freunde zu werben. Ms Nachfolger Christi müssen wir an diesem Werke

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