Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 7 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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L3 von einem Ende bis zum anderen schneefrei waren. Wenn jeder Hilfsverein im laufenden Jahre etwas mehr thut, als im letzten, so ist die gegenwärtige Finanzfrage bald beantwortet. Eine Ermutigung zu solcher Thätigkeit sind die rührenden Worte des Jahresberichtes über den kranken deutschen Kaiser. Prediger Gordon-Calthrop unterstützte diesen Antrag. Es gereicht der Gesellschaft zur Empfehlung, wie er behauptete, daß sie die Weissagung von der Erhaltung und Wiederherstellung Israels wörtlich nimmt und nicht ohne weiteres auf die Kirche bezieht, wie viele Gelehrte thun. Ebensowenig dürfen wir z. B. Sacharia 9, 9 bildlich deuten. Die Judenmission ist eine Arbeit des Reiches Gottes, die über andere hervorragt. Wir haben Israel gegenüber eine Pflicht der Dankbarkeit zu erfüllen. Bon diesem Volke kommt alle Gotteserkenntnis, alle Offenbarung über das große, ewige Gottesreich, die wir besitzen. Wir schulden ihm Wiedererstattung. Die schwärzeste und blutigste Seite in der Geschichte der Menschheit ist die, auf welcher die Verfolgungen von Juden durch sogenannte Christen geschildert werden. Viele Israeliten meinen, heutzutage sei kein großer Unterschied zwischen ihnen und uns. Das bestreiten wir. Ein Christ betet den HErrn Jesum Christum an, nimmt ihn nicht nur zum Borbilde, zum Propheten und Lehrer, sondern beugt sich vor ihm, dem im Fleisch geoffenbarten Gott, in demütiger Anbetung. Ist der Christ damit im Unrecht, so ist er ein Götzendiener. Ist aber der Jude im Unrecht, indem er Jesum verwirft, so lehrt ihn das 5. Buch Moses, was für Strafen ihn dann treffen. Wir halten dafür, daß die Flüche, welche die Bundbrüchigen und die Verächter des Messias zu erwarten haben, auf ihn gefallen sind. Er streitet mit dem ewigen Gott selbst. So sind dann die Unterschiede zwischen uns und den Juden ernst und groß. Sie haben kein Heiligtum, kein Opfer und leben gewissermaßen in einer Welt von Schatten. Sie hängen nur von ihren eigenen guten Werken ab und rühmen sich der Thatsache, daß sie Gottes Bundesvolk sind, aber sie stehen unter der Wolke. Manchmal empfinden sie ihren geistlichen Mangel und doch rufen sie uns zu: „Laßt uns allein! Es ist eine verkehrte Freundschaft, daß ihr kommt und uns in unserer Meinung stört!" So ruft ein Reisender, der in einen Schneesturm geraten ist, und dessen Körper bereits eine tödliche Erstarrung überfallen hat. „Laßt mich allein! Der Schlaf ist so süß." Als Christen können wir dieser Zumutung kein Gehör schenken; wir müssen Mission treiben. Wir erfahren jetzt von der Bekehrung einzelner und wissen, daß endlich das ganze Volk Nachfolgen wird. Bei einem Sonnenaufgang im Gebirge sieht man zunächst die Bergspitzen in rosiger Glut, sonst ist in der Umgebung