Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 7 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Übereinstimmung ist. Denn „Gott ist wohl barmherzig, er ist aber auch gerecht; derhalben erfordert seine Gerechtigkeit, daß die Sünde, welche wider die allerhöchste Majestät Gottes begangen ist, auch mit der höchsten, d. i. mit der ewigen Strafe an Leib und Seele gestraft werde." So hat es auch Mose gewußt und beim Anblick des HErrn gelernt: „HErr, HErr, Gott, barmherzig und gnädig, langmütig und von großer Gnade und Treue, der Gnade bewahrt auf Tausende, vergebend Missethat, Sünde und Schuld. Doch straflos hingehen läßt er nicht: er ahndet die Schuld der Väter an Kind und Kindeskind, am dritten und am vierten Geschlecht." (2. Mos. 34, 6—7.) Da haben wir beides: Er ist barmherzig, er ist gnädig, ja langsam zum Zorn, aber straflos hingehen läßt er nicht. Das ist der Gott, der seinen Fluch auf die Übertretung des Gesetzes gelegt, und in diesem Fluch liegt die allerhöchste Strafe an Leib und Seele für Zeit und Ewigkeit; und wenn es nicht so wäre, so gäbe es gar keine Gerechtigkeit. Aber, so fragen wir immer noch und immer mehr, wenn das Gesetz uns so zu Sündern macht um und um, wenn es so unsere Schuld aufdeckt, Gericht und ewige Strafe zeigt, wie ist es denn dem Propheten ein Trost gewesen in seinem Elend? Me kann es, nach Psalm 19, 8, die Seele erquicken? Es ängstigt ja vielmehr, es schreckt, es wirft uns nieder und tötet! Und doch soll es ein Trost sein? — Ja. Der HErr Jesus sagt einmal: „Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit." Nun ist der Hunger gewiß keine Seligkeit, und der Durst ist eine Qual. Doch heißt's: „Selig, wer hungert und dürstet!" Nach Gerechtigkeit hungert kein Gerechter, sondern nur ein Sünder, der im Gesetz gelernt hat, daß die Gerechtigkeit ihm mangelt. Und dies ist der Trost des Gesetzes, daß es in uns den Hunger schafft, der die Verheißung hat: „Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden an seiner Gnade!" An Gnade glauben und ihre Süße schmecken und sie für sein Ein und Alles halten, das lernt eben der, der über das Gesetz nachdenkt Tag und Nacht, der dabei in sich selber wird wie „eine Haut im Rauch" (Ps. 119, 83) und doch gerade so vor Gottes Angesicht dasteht wie „ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit." (Ps. 1, 2—3.) (Nach dem „Pilger," 1885. Nr. 8.) 1808—88. Am 4. Mai d. I. fand in Exeter-Hall in London das 80. Jahresfest der ältesten unter den dortigen Judenmissions-Gesellschaften, der „London Jews' Society", statt. Nach Verlesung