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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 6 (1888) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
6 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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47 hat gesagt: Durch seinen Tod am Kreuz wurden seine Anhänger, „die, welche ihn liebten", nicht irre an ihm. Die Nation der Christen schreibt sich von ihm her. Auch die Worte: „Dieser war der Christus" könnten Anstoß erregen; allein, sie sind für den Zusammenhang notwendig, sie bedeuten nichts weiter, als daß Jesus derselbe ist, von welchem die Christen sich Christen nennen. Die Christen waren damals bereits sehr zahlreich, und es konnte angemessen scheinen, ein Wort von ihnen zu sagen. Was er nun sagt, konnte er auch als Jude sagen. (. . . Man könnte auf den Gedanken kommen, daß die Interpolation erst nach Origenes in den Text gekommen sei, aber vor Eusebius, und zwar, wie man wohl vermuten kann, nicht behufs einer pia fraus (eines „frommen Betruges"), sondern als Randglosse eines gläubigen Inden-Christen.) So sagt er an einer anderen Stelle: „Der sogenannte Christus" (Ant. Jud. XX, 9, 1). Diese Worte sind um so wichtiger, als sie zu beweisen scheinen, daß von demjenigen, den man Christus nannte, in dem Vorhergehenden schon die Rede gewesen ist. Die Echtheit der Stelle ohne die Interpolation scheint mir unanfechtbar. Wie unrecht that der Interpolator, der jene Stelle einschob, dem Andenken des Heilandes! Die Stelle bei Josephus wurde dadurch verdächtig, während sie ohne seinen Zusatz ein unschätzbares Zeugnis für die Wirksamkeit desselben bietet." Ausführliche und scharfsinnige Untersuchungen über den Abschnitt der Annalen des Tacitus, in welchem des Stifters der christlichen Kirche gedacht wird (vgl. „D. E." a. a. O. S. 75), hat soeben Dr. Franklin Arnold, Privatdozent an der Königsberger Universität, in seiner Schrift „Die Neronische Christenverfolgung" (Leipzig, 1888, 120 S.) veröffentlicht. Arnold nimmt hier auch auf die Arbeit des Breslauer Rabbiners Dr. Joöl „Blicke in die Religionsgeschichte des 2. christlichen Jahrhunderts" Rücksicht und weist nach, daß einige Urteile des letzteren unbegründet sind. Seine Forschungen liefern das wichtige Ergebnis, daß jener Bericht dem Tacitus selber angehört und durch keine Interpolationen entstellt ist. Die von der Verfolgung des Jahres 64 n. Chr. betroffenen Christen standen mit der jüdischen Bevölkerung Roms in keinem Zusammenhang und unterschieden sich in ihrer Lebensweise deutlich von derselben. Sie bestanden der Mehrzahl nach aus Griechen und Hellenisten. „Die Erwähnung des Christentums bei Tacitus ist kurz; die Sache war ihm schwerlich besonders wichtig. Trotzdem zeigt er sich auch hier als meisterhaften Stilisten, der vortrefflich disponiert. Er beginnt mit der Veranlassung und dem Beweggrund, infolge dessen die Christianer in die Sache (den Brand Roms) verwickelt wurden. Dann nennt er den Urheber ihres Unglücks

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