Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 5 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2554541-2554942-2554948--08712-2564762- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
39 Es liefert den Missionsfreunden aller Länder Litteratur. Wie sehr das Interesse für die Judenmission im Steigen begriffen ist, kann man daraus sehen, daß in den letzten 3 Jahren die Zahl der Subskribenten auf die Schriften des Leipziger Institutum Judaicum auf nahezu 1000 gestiegen ist. Die Instituta Judaica haben eine neue Zeit für die Judenmission, welche so lange ein Aschenbrödel unter den Arbeiten des Reiches Gottes war, herbeigeführt. Frische Arbeitskräfte sind aus ihrer Reihe in den praktischen Judenmissionsdienst getreten. So steht im Dienste des evangelisch-lutherischen Centralvereins Missionar Faber, einer der Mitbegründer des Leipziger Institutum Judaicum. Ein zweites Glied desselben, Or. Heinrich Lhotzky, ist in den Dienst der lutherischen Kirche Rußlands getreten und gegenwärtg Mithelfer bei der seit 25 Jahren in großem Segen bestehenden „Arbeit an Israel" des Divisionspredigers Faltin zu Kischinew in Bessarabien. Der frühere Vorsitzende des Erlanger Institutum Judaicum, Ludwig Anacker, gegenwärtig Pfarrer in Reuß j. L., diente dem Centralverein eine Zeitlang als Missionssekretär. Über die Begründung des Seminars des Institutum Judaicum in Leipzig wurde seinerzeit berichtet. Seine Zöglinge, sämtlich Kandidaten der Theologie, rekrutieren sich vorzugsweise aus den Reihen der Instituta Judaica. Drei derselben sind schon im Misstonsdienste verschiedener Gesellschaften thätig. Es ist ein beachtenswertes Zeichen der Zeit, daß, während im östlichen Europa durch die Verbreitung von Delitzsch's hebräischem Testament immer weiter um sich greifende Bewegungen zum Christentum hin unter den Juden erwachen, im westlichen Europa Hunderte von jungen Theologen sich vereint haben zu eifrigem Studium der jüdischen Litteratur und zur Pflege der Mission unter Israel. (Nach der „Allg. Ev.-Luth. Kirchenzeitung" 1888, Nr. 8.) A«i» Jerusalem. Allen Freunden Jerusalems wird es lieb sein, zu hören, daß Baurat Konrad Gchick kürzlich einen wichtigen Beitrag zur Topographie der heil. Stadt veröffentlicht hat. Wir meinen sein Buch: „Beit-el-Makdas, oder der alte Tempelplatz zu Jerusalem". Es wurde im syrischen Waisenhaus daselbst gedruckt. Die Buchbinderarbeiten besorgten die Zöglinge des Arbeitshauses der Londoner Judenmissionsgesellschaft. Mit der letzteren teht der Verfasser als Leiter eben dieser Anstalt und als Bauinspektor ür ihre Missionsgebäude seit mehr als 30 Jahren in Verbindung. Er st gegenwärtig ohne Zweifel der beste Kenner der einschlägigen Fragen. — Im Missionshospital zu Jerusalem wurden im letzten Jahre 840 Israeliten männlichen und weiblichen Geschlechtes behandelt. Dazu kamen 17480 außer dem Hause wohnende Kranke. Die Ärzte machten 12 734 Besuche bei kranken Juden. Mehr als 45 000 Rezepte wurden ausgestellt. — Der neue anglikanische Bischof Blyth hatte dem Komitee der L. I. M. G. eine