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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 5 (1888) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
5 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 durch besondere Organisation von dem akademische« Missionsverei« geschieden, sondern es wird in dem letzteren, wie es auch in Tübingen der Fall ist, der Pflege des Interesses für Judenmission neben dem für Heidenmission ein Platz eingeräumt. Die Aufgabe dieser Institut« Judaica besteht darin, ihren Mitgliedern einen Einblick in jüdische Litteratur und Volkskunde zu geben und das Interesse für die Mission unter Israel zu pflegen. Ihren Mittelpunkt haben die Institut« Judaica aller Universitäten an dem Centralbureau der Institut« Judaica in Leipzig, welches die Verbindung mit den einzelnen Mitgliedern der Institut« Judaica auch in der späteren Zeit ihrer Berufsarbeit festhält. Außer Professor Delitzsch in Leipzig, unter dessen Beihülfe das Leipziger Institutuin Judaicum am 10. Juni 1880 begründet wurde, haben noch die Professoren Schlottmann in Halle, Strack in Berlin und Lir. Dalman in Gnadenfeld besondere Vorlesungen für die Institut« Judaica gehalten, wie es jetzt auch Professor Baumgartner in Genf thut. In Upsala boten die Vorlesungen des Rabbiners Klein aus Stockholm, welcher die Pirke Aboth, den ältesten Talmudtraktat, nach Strack's trefflicher Ausgabe las, eine Zeit lang den Studenten Gelegenheit, ein Stück jüdischer Litteratur kennen zu lernen. Der Name Institutum Judaicum ist von der alten Halleschen Judenmissionsanstalt übernommen, welche, von dem Geiste August Hermann Franckes getragen, im vorige« Jahrhundert in nicht minder großem Segen wirkte, als die alte lutherische Heidenmission Halles. Man hat im Waisenhause zu Halle nicht nur viele Bände gedruckter Berichte, sondern auch viele handschriftliche Nachrichten über Stephan Schultz und die zwanzig anderen jungen Theologen gefunden, welche, von Halle ausgesandt, unter den Juden aller Länder Europas das Evangelium verkündigten. Diese wieder aufgefundenen Nachrichten über das alte Institutum Judaicum, für dessen Wiederbeachtung in weiteren Kreisen I. de le Roi's „Die evangelische Christenheit und die Juden unter dem Gesichtspunkte der Mission geschichtlich betrachtet" (Karlsruhe 1884) viel Anregung gegeben hat, dienten vielfach dazu, bei den jungen Theologen der Gegenwart nachhaltige Teilnahme' für die schwierige Arbeit der Judenmission zu erwecken. Das Centralbureau der Institut« Judaica steht nun schon mit über 800 Geistlichen in Verbindung, welche nicht nur ihren Gemeinden die Judenmission wirksam ans Herz legen, sondern vielfach auch selbst an den Juden missionieren. Das Leipziger Institutum hat bereits 15 Schriften (19 Nummern) veröffentlicht, das Berliner 4. Die Ausgabe der Schriften leitet in Leipzig Professor Delitzsch, in Berlin Professor Strack. Das Centralbureau in Leipzig (Thalstraße 26) ist zugleich Buchhandlung.

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