Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 4 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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lämmer hergerichtet sind. „Am 10. Tage des Monats Nisan werden soviele Lämmer (oder junge Ziegen), als für die ganze Gemeinde nötig sein mögen, gekauft oder auf andere Weise erworben. Gegenwärtig genügen 5 oder 6. Diese Tiere müssen ohne Fehl und 1 Jahr alt sein. Sobald sie erworben sind, werden sie bis zum 14. Tage des Monats abgesondert und täglich gewaschen. Am Morgen des 14. Tages begiebt sich die Gemeinde hinauf zur heiligen Stätte und bezieht die Zelte, die daselbst bereit stehen. Die nötigen Vorkehrungen für die verschiedenen Gebräuche des Festes werden durch die Beamten und Diener schön früh am Morgen getroffen. Das Feuer in den Gruben wird auch früh am Tage angezündet. Bald nach Mittag bringen die fünf dazu erwählten Jünglinge die Lämmer herbei. Darauf wird die Beschreibung der Einsetzung des Passahs gemeinsam abgesungen. Die Weiber beteiligten sich an diesem Gesang mit schreiender Stimme. Hierauf werden die Lämmer von den Jünglingen, die sie herbrachten, über den Graben gelegt, der dazu bestimmt ist, und der Schochet schlachtet sie, indem er ihnen durch zwei Schnitte mit einem sehr scharfen Messer den Kopf fast ganz vom Rumpfe trennt. Darauf gießen die Schochetim das längst geheizte Wasser über die Lämmer, entfernen die Wolle, sodann den rechten Fuß mit der Schulter, als Teil des Priesters, schließlich die Eingeweide, welche samt allem Abfall verbrannt werden. Den Frauen und Kindern wird von dem Blut der Lämmer auf die Nase gestrichen, beu Männern nicht. Das Blut wird sorgfältigst entfernt, dann das Innere der Tiere mit^ Salz bestrichen, hierauf ein hölzerner Pfahl der Länge nach und M anderer quer durch den Körper der Tiere gestoßen, und werden also die Lämmer in die geheizte große Grube gelegt. Dieselbe wird mit einem, durch nasse Erde bedeckten Gitter dicht zugedeckt, um das Entweichen der Hitze zu verhüten, und also werden die Lämmer gebraten. Es dauert bis in die Hälfte des Nachmittags, bis das alles ausgeführt ist. Um Sonnenuntergang, nachdem die Lämmer etwa drei Stunden im Ofen waren, versammeln sich alle männlichen Glieder der Gemeinde um den Ofen her. Ein Gefäß mit ungesäuerten Kuchen und bittern Kräutern wird nun hergebracht und dessen Inhalt an die Ber-. sammelten verteilt. Um der Heiligkeit des Orts willen gingen bis dahin alle ohne Schuhe an den Füßen einher. Nun aber haben sie dieselben angezogen, sich mit Riemen umgürtet und mit Stäben versehen und sind zum eiligen Auszug bereit. Nach einigen Zeremonien wird die Decke von der Grube entfernt und die gebratenen Lämmer, die mitunter auch verbraten sind, werden herausgenommen und bereit gelegt. Jetzt wird der Segen gesprochen,