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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 4 (1888) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
4 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Sünden baten. R. ermahnte einige, sich durch die Anrufung von Toten nicht zu versündigen. Er wies darauf hin, daß sündige Menschen keine Mittler sein könnten, da es nur Einen Mittler, den Messias, gebe. Hieraus eutspann sich mit zwei der Anwesenden ein Gespräch über die Messianität Jesu. Unmittelbar neben den Gräbern jener hochgefeierten Talmudgelehrten liegt ein reformerischer Rabbiner begraben, der von Fanatikern vergiftet wurde, weil er bestritt, daß der Talmud Gottes Wort sei. Auf der Rückreise nach Deutschland bemerkte R. mit Freuden, wie ein Jude im Eisenbahnwagen einem andern eindringlich und freimütig den Messias verkündigte. Er erfuhr dann auf seine Frage, daß jener aus Lemberg gebürtig sei und in Wien Medizin studiere, dort auch mit Missionaren in enger Verbindung stehe und Bibelstunden und Predigten besuche. Der junge Mann ist von der Wahrheit des Christentums völlig überzeugt und will zu demselben übertreten, sobald er sein Examen als Arzt macht. Die heutigen Samariter. In Kalkutta entdeckte einst der englische Reisende und Missionar Di', Wilson eine Kolonie von Samaritern. Jetzt find nur noch etwa 6 Familien von derselben vorhanden. Die Leute haben die Eigentümlichkeiten des Mischvolkes beibehalten, in dessen Sprache sie sich miteinander unterreden, obwohl das Arabische und Hindustanische ihnen bekannt ist. Eine Synagoge besitzen sie nicht und feiern deshalb ihre Gottesdienste in einer Privatwohnung. Der Hauptort der jetzt lebenden Samariter ist bekanntlich Nablus, das alte Sichem. Diese Stadt liegt fast in der Mitte zwischen Jerusalem und Nazareth in einem schönen Thal: Sie zählt etwa 13 000 Einwohner, darunter 12 000 Muhammedaner. Die Zahl der Samariter beträgt nur 120. Ihr Oberhaupt ist gegenwärtig Iakub Tschelabi. Noch immer feiern sie auf dem nahen Berge Garizim ihre Feste. Einen auf der Höhe liegenden Felsblock bezeichnen sie als den Altar ihres ehemaligen großen Tempels. Der mosaische Gottesdienst wird auf dem Garizim noch unverändert abgehalten, während ja sogar die Juden manche seiner Äußerlichkeiten aufgegeben haben. Daß in Jesu, der Vollender des Gesetzes erschienen ist, gestehen auch die Samariter nicht zu. Sie warten noch auf das Kommen des verheißenen Schilo. In der Schrift des Bischofs Escher „Über Länder und Meere" (Stuttgart, 1887) finden wir (S. 44? ff.) eine Beschreibung, ihres Passahfestes, für welches auf dem Platz ihrer Gottesverehrung zwei Gruben zum Heizen des Wassers und zum Braten der Oster-

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