Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 3 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Erbarme dich eines jeglichen, hier unter uns! Ein , jegliches sei dir und deinem Erbarmen befohlen! Ein jegliches mit all' seiner Not und Sorge, mit allem, was das Herz bewegt! — O, wir hätten dir noch viel zu sagen, Herr, Herr, aber wir fafsen's zusammen in dein großes Gebet, Herr Jesu Christe, und sprechen und beten miteinander: „Unser Vater,, der du bist im Himmel! Dein Name werde geheiligt! Dein Reich komme! Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel! Unser täglich Brot gieb uns heute! Und vergieb uns unsre Schulden, wie wir unfern Schuldiger» vergeben! Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen! Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit!" Amen. Jesus, der Juden König. Missionar Zerbib in Mogador (Marokko) besuchte eines Tages einen der achtbarsten Israeliten dieser Stadt. Bei der Unterredung, welche er mit dem Hausherrn führte, und in welcher er Jesum Christum die Hoffnung Israels nannte, war der kleine, 7 jährige Sohn des Juden zugegen. Am folgenden Tage traf der Missionar wieder mit dem letzteren zusammen. Der Mann kam lächelnd auf ihn zu und sagte: „Wissen Sie, daß Sie einen Verehrer Jesu von Nazareth in meinem Hause haben?" Zerbib erwiderte : „Darin ist nichts Außerordentliches. Ich bitte Gott, daß er täglich Ihren Glauben vermehre." Da rief der Jude: „Ich spreche nicht von mir, denn Sie wissen, daß ich ei» Zweifler bin, sondern von meinem Sohn. Das Kind hörte gestern unserer ganzen Unterredung zu, und diese beschäftigte sein Gemüt so sehr, daß ich es um 10 Uhr, als ich mich zur Ruhe begab, noch außer dem Bett fand. Ich fragte den Kleinen: „Wie kommt es, daß Du noch nicht schläfst?" Er antwortete: „Ich denke an Jesus, den König der Juden. Ich weiß nicht, warum Du mit dem Christen, welcher Dich besuchte, so gestritten hast. Warum willst Du nicht den König annehmen, den Gott uns gegeben hat?" Ich sagte ihm, et solle schlafen gehen, und fragte ihn: „Was geht uns Jesus an, den wir nie gesehen haben?" Da antwortete der Knabe: „Wir haben auch den Sultan Muley-El-Hassan nie gesehen, denn er ist immer in Marokko, aber wir wissen doch, daß er lebt." Als Missionar Z. das hörte, sagteer: „Haben Sie nie gelesen: „Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du dir Lob zubereitet?"" Der Vater fuhr fort: „Seither nennt das Kind immerfort den Namen Jesu und sagt zu jedem, der ins Haus tritt: ,>Wir haben einen König der Juden!""