Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1888-01-01 · 2 (1888) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
2 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554942-2554945--08684-2564731
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Juden gedacht. In einer Gebetsstunde am 8. Oktober wies der Vorsitzende darauf hin, daß in dieselbe Zeit des Jahres das jüdische Laubhüttenfest falle, und daß dieser Umstand ebenso wie die merkwürdige Bewegung unter den Juden des östlichen Europas zum Gebet für die Bekehrung Israels verpflichte. Mehrere Anwesende, auch Professor Jean Monod von Montauban, beteten in diesem Sinn. Hierauf sang man ein Lied, in welchem das trauernde Zion aufgefordert wird, seine Thränen zu trocknen. Am folgenden Tage wurden in der allgemeinen Fürbitte bei der Feier des heiligen Abendmahls auch die Juden genannt. Noch einmal geschah dies und zwar in der Sitzung vom 11. Oktober. Aus Veranlassung eines Schreibens des Missionsdirektors Bo eg n er ln Paris, welches zur Einrichtung eines jährlich in den Gemeinden abzuhaltenden Missionsfestes aufforderte, stellte ein Mitglied der Synode einen dahin gehenden, die Förderung der Heiden- und Judenmission empfehlenden Antrag. Als einige Stimmen geltend machten, daß auch die Muhammedaner erwähnt werden müßten, gab der Antragsteller seinem Vorschlag eine weitere Fassung. Die Empfehlung wurde auf die Mission „unter den nicht-christlichen Völkern" überhaupt ausgedehnt. 2. In „Le Christianisme“, dem Organ der reformierten Kirche Frankreichs, wird von der am 5. November des abgelaufenen Jahres erfolgten Einweihung eines Missionssaales in Paris eingehend berichtet. Derselbe befindet sich in der Rue Malher Nr. 6 und ist zur Abhaltung von evangelischen Vortrügen für Israeliten bestimmt. Außer einer Anzahl der letzteren beteiligten sich zahlreiche französische und englische Freunde Israels an der Feier. Professor Ieatman führte den Vorsitz. Nachdem Pastor Banzet Römer 2 gelesen hatte, sprach Pastor Cordey ein Gebet. Dann gab der Vorsitzende eine Übersicht über die Geschichte des jüdischen Volkes, die ja vielfach eine Leidensgeschichte ist. Er wies nach, wie Israel sich nach seinen Heimsuchungen immer wieder emporgearbeitet habe, wie es unter Gottes Schutz stehe und mit froher Hoffnung in die Zukunft sehen könne. Er drückte endlich die Überzeugung aus, daß das von Missionar Mamlock in Paris begonnene Werk den göttlichen Segen erfahren werde. Hierauf ergriff Mamlock selber das Wort und erzählte von den Versammlungen für Israel, die er zuerst im Hause des Pastors Th. Monod, später in einem Saal des Boulevard Sebastopol und in der Rue Castex gehalten habe. Die dann folgende Rede des «bengenannten Geistlichen erinnerte an die Bedeutung des jüdischen Volkes für die Menschheit, welcher es die Erkenntnis des wahren Gottes und des Messias mitgeteilt hat. 144 000 Israeliten sind

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.