Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 2 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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nach Offenb. 7, 3 ff. versiegelt als Knechte Gottes. Für Israel arbeiten, heißt für die Christen arbeiten. Heidenchristen pflegen die Drohungen der Bibel auf die Juden anzuwenden und sich selber ihre Verheißungen anzueignen. Das ist unrecht. — Eine bejahrte Israelitin, welche diese Ausführungen nicht recht verstanden hatte, verursachte hier eine kleine Störung. Sie ließ sich aber bald zur Zurücknahme ihres Einspruchs bewegen, als der Redner ihr versicherte, daß er dem jüdischen Volk allen Segen Gottes anwünsche. — Nun drückten die 'Pastoren Gill und Mettetal ihre freudige Teilnahme an der Predigt des Evangeliums unter den Israeliten aus. Desgleichen erflehte ein Herr Donalds»«, der von den Juden mit der größten Liebe redete, den göttlichen Segen für die Misiionsarbeit. Nachdem noch der durch seine Evangelisationsthätigkeit in Frankreich berühmt gewordene Prediger Mac All in demselben Sinne gesprochen hatte, beschloß Pastor Anderson die Zusammenkunft mit Gebet. — Der treue und eifrige Freund Israels in Gaubert, Pastor Krüger, Herausgeber von Le Reveil d’Israel, sandte ein Beglückwünschungstelegramm ein. Die Juden in Rußland. In seinem verdienstvollen Werk über Rußland (1. Abteilung „Das Reich und seine Bewohner". Leipzig und Prag, 1884) berechnet Friedr. Meyer von Waldeck die Zahl der dort lebenden Israeliten auf 2Va—3 Millionen. Er unterscheidet unter ihnen 2 verschiedene Abzweigungen, die sog. polnischen Juden und die Karaiten. Letztere zählen nur 6—7000. Die polnischen Juden wohnen außer im ehemaligen Königreich Polen auch in den benachbarten Gouvernements Kijew, Podolien, Wolhynien, Chersson, Grodno, Kowno, Wilna und Minsk. In andern Teilen des Reiches dürfen sie sich nicht dauernd aufhalten. Von dieser Vorschrift sind jedoch Kaufleute der ersten Gilde, Männer der Wissenschaft und Kunst und andere Bevorzugte ausgenommen. In Polen beträgt die Zahl der jüdischen Einwohner mehr als ein Fünftel der Gesamtbevölkerung, in Litauen etwas weniger. Die polnischen Juden halten an der Religion ihrer Väter mit großer Strenge fest. Die ganze Lebensweise früherer Zeiten wird von ihnen treu bewahrt. Handel und Handwerk sind ihre Nahrungszweige. Für den Ackerbau haben sie keinen Sinn; alle Versuche, sie hierzu zu erziehen, sind gescheitert, z. B. die unter Alexander I. bewirkte Versetzung von 600 jüdischen Familien nach Südrußland. Die Armut vieler Familien der von