Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 2 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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noch blind. Aber jetzt sehe ich deutlich und bin nicht mehr in Finsternis. Ich habe mir das Wort unseres «Heilandes über diese Sache eingeprägt: Matth. 6, 31 — 33 und Rom. 8, 32. Gott hat Erbarmen mit mir gehabt. Verschiedene Unfälle kamen über mich und nötigten mich zur Selbstprüfung. Nach der Rückkehr in meine Geburtsstadt eilte ich zu Prediger Ginsburg, schilderte ihm meinen ganzen bisherigen Lebensgang und bat ihn um Unterricht zur Vorbereitung auf die Taufe. Jetzt bin ich zum Eintritt in die christliche Kirche bereit. Ich hoffe ein würdiger Jünger Jesu Christi, unseres Heilandes, zu werden und bete darum." Der Briefschreiber, der wegen seines Bekenntnisses zu dem Messias ungefähr eine Woche lang ins Gefängnis gesetzt wurde, empfing am 4. September in Konstantinopel das Sakrament der Aufnahme in den neuen Bund. Weissagung und Erfüllung. Schon in der letzten vorjährigen Nummer der „Dibre Emeth" wurde die unter obigem Titel erschienene Schrift von „H. 21." angezeigt. Heute dürfen wir den Lesern die hohe Verfasserin nennen. Jenes „Wort an Israel" ist ein Zeugnis der christlichen Liebe zu dem Volk des alten Bundes, die in dem Herzen einer edlen deutschen Fürstin, Ihrer Hoheit der Herzogin Agnes von Sachsen-Altenburg, geb. Prinzessin von Anhalt, glüht. Man kann die Arbeit der Herzogin nicht besser kennzeichnen und empfehlen, als dies in dem von Ahlfeld herrührenden Vorwort zur ersten Auflage geschehen ist. Wir setzen dasselbe deshalb hierher und erinnern nur noch daran, daß der vortreffliche Traktat von der hiesigen Missionsschriftenniederlage gegen Einsendung von 13 Pf. in Briefmarken bezogen werden kann. Zu den Fürstenfamilien, welche für das lange gejagte und zertretene Volk Israel frühe ein Herz hatten, gehört auch die Anhaltische. Bald nach dem dreißigjährigen Kriege durften sich Juden in Dessau niederlassen, und 1686 erhielten sie vom Fürsten die Erlaubnis zum Bau einer Synagoge. Aber es ist dort noch mehr für sie geschehen. Ehe man an eine geordnete Mission unter Israel dachte, erlebte die israelitische Gemeinde in Dessau einen rechten Missionstag. — Ein gelehrter Rabbiner, Josua Ben Abraham Eschel, geboren zu Frankfurt a. O. 1691, war nach vielen Reisen und wunderbaren Führungen Gottes nach Sondershausen gekommen. Dort wurde er durch den Hofjuden Wallich mit dem Fürsten Günther und durch diesen mit dem Superintendenten Reinhard bekannt. Der letztere, ein treuer Gottesmann, zog ihn durch seine