Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 1 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ins Ohr klangen und ihn begleiteten jedesmal, wenn er nach Jerusalem zum Tempel wallete. Und war auch in diesen Verheißungen der, von dem sie alle hauptsächlich handelten, der zukünftige Messias, zunächst als Prophet und als Hirt, als. Held und als König dargestellt, so trat es doch je länger desto klarer hervor, daß er auch leiden werde, und daß diese seine Passion, die erst in einem qualvollen Tode sich erschöpfen sollte, —. daß sie in Wahrheit das heilige Opfer sein werde, das der Gerechtigkeit Gottes endlich die längst gesuchte, volle Genüge zu leisten bestimmt sei. Wie denn diese Erkenntnis in sieghafter Klarheit namentlich in dem Trostbuch des Jesaia durchbricht, wo der Knecht Jehovahs beschrieben wird, der unsre Krankheit trug und unsre Schmerzen auf sich nahm, der ein Lamm ward, das zur Schlachtbank ging und sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat. „Die Strafe lag auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt." — Nun kam Jesus von Nazareth, durch den Täufer ausdrücklich bezeugt als das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt, und auch von sich selber zeugend, nicht nur, daß er Christus sei, sondern auch, daß er gekommen sei, zu dienen und sein Leben zu geben als ein Lösegeld für viele (Matth. 20, 28), ja schon im voraus den Seinigen sein Blut darreichend im Sakrament als vergossen für sie zur Vergebung der Sünden. Und nun lebte er vor aller Augen als ein solcher, den niemand einer Sünde zeihen konnte, — heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert. Und gerade die, die seine Vertrautesten waren, empfingen von ihm den Eindruck einer überwältigenden Herrlichkeit, wie sie nur dem eiUgebornen Sohne vom Vater eignen konnte. Sein ganzes Wesen war holdselig und majestätisch, voller Gnade und Wahrheit. Seine Worte trugen das Gepräge göttlicher Vollmacht und Weisheit, so daß selbst die Fernstehenden voll Verwunderung davon Zeugnis gaben. Den Nahestehenden waren es Worte des ewigen Lebens, wodurch sie so mächtig sich gezogen fühlten, daß sie nie mehr von ihm weichen mochten. Dazu kam seine Beglaubigung als Gottessohn durch eine Fülle von Wundern und Zeichen, die überall seinen Gang begleiteten. Und es kam vornehmlich noch hinzu, nachdem er gestorben war, seine Auferstehung am dritten Tage, die als unanfechtbare geschichtliche Thatsache feststeht. Und wenn dieser nun, wie er es gesagt hatte, sein Leben zum Opfer gab und am Passahfest, freiwillig sich einstellend, den Tod am Kreuze starb: ja, teure Anwesende, sollte denn das nun nicht die wahre Versöhnung gewesen sein? Sollten wir da doch noch eines andern warten müssen? — Was fehlt denn diesem